Durch den Ankauf der Sammlung Bauer im Jahr 2008 mit mehr als 2.500 Grafiken und 14 Zeichnungen sowie einer Handbibliothek besitzt das Kunstforum Ostdeutsche
Galerie eine der wichtigsten Sammlungen zum Werk von Daniel Chodowiecki.
Die Sammlung
Die Bedeutung der Chodowiecki-Sammlung des Galeristen und Grafikforschers Jens-Heiner Bauer in Hannover liegt in ihrer annähernden Vollständigkeit und der hohen Qualität
der Radierungen. Hervorzuheben ist die Vielzahl an Zustands- und Farbdrucken sowie zahlreiche singuläre "Randeinfälle" - spielerische Bildideen, die der Künstler an den
Rändern der Druckgrafiken mitradierte. Der Erwerb der Sammlung wurde durch die Auflösung der 1972 in Hannover gegründeten Galerie des namhaften Chodowiecki-Experten
ermöglicht, der im Juni 2007 verstarb.
Der größte Teil der Grafiken wurde bereits zu Lebzeiten des Künstlers zusammengetragen und gehörte ehemals dem in Preußisch Holland beheimateten Burggrafen Willhelm zu
Dohna-Schlobitten (1773-1845). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung im Berliner Schloss Charlottenburg aufbewahrt, bis die Galerie Bauer sie 1981 erwarb.
Daniel Chodowiecki (1726 Danzig - 1801 Berlin)
Daniel Nikolaus Chodowiecki, der bedeutendste deutsche Kupferstecher, Grafiker und Illustrator des ausgehenden 18. Jahrhunderts, wurde am 16. Oktober 1726 in Danzig
geboren. Nach dem Beginn einer kaufmännischen Lehre 1740 kam er 1743 gemeinsam mit seinem Bruder nach Berlin, wo er für das Geschäft seines Onkels Modeschmuck entwarf
und in Emailmalerei ausgebildet wurde. Etwa 1757 wandte sich Chodowiecki der Radierung zu, die er autodidaktisch erlernte. Seit 1782 engagierte er sich für eine Reform
der Berliner Akademie, deren Direktor er 1797 wurde. Während Chodowiecki zu Beginn seiner Karriere als Illustrator von Almanachen und Kalendern tätig war, machten ihn
seine späteren Kupferstiche international bekannt.
Neben einer Reihe von wissenschaftlichen Büchern und Übersetzungen von Bestsellern des 18. Jahrhunderts illustrierte er zahlreiche Werke von Zeitgenossen wie Johann
Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder Gotthold Ephraim Lessing.
Chodowieckis umgangreiches Ouvre, das etwa 2.040 Druckplatten umfasst, entstand mit Hilfe seiner Werkstatt, in der er einige der besten Kupferstecher, Radierer
und Miniaturmaler der damaligen Zeit beschäftigte.
Am 7. Februar 1801 verstarb Chodowiecki im Alter von 75 Jahren in Berlin und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in der Chausseestraße beigesetzt.

