Jana Matejková, (1981, Tschechien),
Videofilm, 2003
Die tschechische Künstlerin paraphrasiert sich in ihrem Videofilm mit simplen Tätigkeiten wie Tanzen, Sand schippen oder Laufen berühmte literarische oder mythologische Themen und Figuren: Sisyphos, Herrn K.s auswegloses Irren im bürokratischen Labyrinth der Macht, die verzweifelten Rufe Isoldes nach Tristan frei nach Wagners gleichnamiger Oper. Diese Attitüden verlegt Matejková an fremde Orte: in einen Leuchtturm, einen Keller oder an den Rand eines Tagebaus. Im Kunstforum zeigt sie sich als Grenzgängerin im Niemandsland zwischen der polnischen, tschechischen und deutschen Staatsgrenze. Bei Minusgraden barfuss im Schnee, nur mit einem weißen Nachthemd bekleidet, lässt sie Plastiktüten an ihren Armen im Wind laut flattern. Der Film zeigt die possenhafte Absurdität des grenzüberschreitenden Konsums.


