Neringa Naujokaite (1966, Litauen)
Name einfügen. Audio-Video-Installation, 2001
Neringa Naujokaite thematisiert in ihrer Installation "Name einfügen" ein zentrales Problem, das Immigranten erleben: die unbeteiligte Sprache von Mitbürgern, die sich zwar "theoretisch" für die Belange und Bedürfnisse der Einwanderer interessieren, in Wirklichkeit jedoch nichts Näheres darüber wissen wollen. In großformatigen, collageartigen Videoprojektionen inszeniert Neringa Naujokaite die Fremdheit und Entfremdung zwischen Staats- und Nichtstaatsbürgern. Sie bedient sich dabei fiktiver Dialoge, die von zwei Personen unterschiedlicher Herkunft und in gegensätzlichen Lebenssituationen mit demselben Text geführt werden. Zwei synchronisierte Videoprojektionen sind auf eine sägezahnartige Projektionsfläche ausgerichtet. Je nach Standpunkt des Betrachters erscheint eine afrikanische Frau, die in der Neusser Haft auf ihre Abschiebung wartet und ihr Schicksal mit deutlicher Gefühlsmimik beschreibt, oder eine blasse Europäerin, die denselben Text als fremde Lektüre vorträgt. Das Werk stellt Fragen von Authentizität und Entfremdung in den Vordergrund.


