Im Februar 2008 erlebte das Kunstforum eine Premiere: Hans-Peter Riese, renommierter Kulturjournalist und langjähriger ARD-Auslandskorrespondent, stiftete dem Museum seine reiche Sammlung an grafischen Mappenwerken herausragender west-, mittel- und osteuropäischer Vertreter der Konkreten Kunst.
Die Michaela Riese Stiftung
Zur Stiftung – der im Jahr 2000 verstorbenen Journalistin Michaela Riese gewidmet – zählen insgesamt 34 Mappen mit 350 Grafiken von 50 Künstlern. Sie sind allesamt
in den Jahren 1966 bis 2006 entstanden und stilistisch unter dem Begriff der „konkreten Kunst“ zu fassen. Diese Stilrichtung ging aus dem Konstruktivismus eines Piet
Mondrian und Kasimir Malewitsch hervor und vereinigt neben der Op Art vor allem geometrisch-abstrakte, serielle Strömungen in der Kunst der europäischen Nachkriegszeit.
Die Mappenwerke sammelte Hans-Peter Riese in seiner über 30-jährigen Tätigkeit als ARD-Auslandskorrespondent gemeinsam mit seiner Ehefrau. Die Mehrzahl der Künstler
arbeitet in jenen europäischen Ländern, in denen das Ehepaar zum Teil länger gelebt hat, wie z.B. der Tschechischen Republik, Russland, Polen, der Slowakei und Ungarn.
Dr. Ulrike Lorenz zur Einrichtung der Michaela Riese Stiftung: „Eine Premiere in der Geschichte des Kunstforums, die den Weg für die künftige Erweiterung unserer hochrangigen
Sammlung ostdeutscher Kunst durch Stiftungen, Schenkungen und andere Zuwendungen eröffnet und – im konkreten Glücksfall – ein Zukunftssignal in Richtung osteuropäische Kunst
der Gegenwart, die das Profil des Kunstforums markant bereichert und aktualisiert.“
Die Ausstellung
Die Ausstellung „KONKRET!“ zeigt 130 Grafiken von 37 Künstlern. Die Arbeiten, erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, geben einen brillanten Einblick in die
Vielfalt der Michaela Riese Stiftung. „Die Grafiken zeigen logisch ausgeklügelte, mathematisch diffizile Systeme, die zugleich durch ihre verspielte Anordnung und die
außerordentliche Suggestivität der gedruckten Farbe bestechen. Die Verbindung der rationellen und emotional-ausdrucksvollen Wahrnehmung machen den besonderen Reiz der
‚Konkreten’ Kunst aus. Der Betrachter ist eingeladen, die Systeme optisch-logisch zu entschlüsseln und sie gleichzeitig auf sich emotional wirken zu lassen“, so Dr.
Roman Zieglgänsberger.
Neben den ausgestellten Werken werden in den Ausstellungsräumen auch die Mappenhüllen ausgestellt, um zu zeigen, wie die Grafiken außerhalb der Ausstellung aufbewahrt
und präsentiert werden.
Der Katalog zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint der Katalog: Vom Sammeln und von Freundschaften. Mappenwerke aus vier Jahrzehnten. Die Michaela Riese Stiftung im Kunstforum
Ostdeutsche Galerie Regensburg, Wienand Verlag, Köln 2008,
Preis: € 19,80.
Sonderführungen zur Ausstellung KONKRET!:
„Zum Problem der unausstellbaren Mappenwerke der Michaela Riese Stiftung.
Ein Blick hinter die Kulissen der Grafischen Sammlung des Kunstforums“
Termine: 28. Februar und 17. April, jeweils um 19 Uhr
Es führt: Dr. Roman Zieglgänsberger, Kurator und Leiter Grafische Sammlung
Kosten: Eintritt + 2,-€
Die Künstler der Sammlung:
Vladimir Akulinin, Frank Badur, Imre Bak, Boris Birge, Galja Bitt, Erich Buchholz, Hartmut Böhm, Christo, Hugo Demartini, Milan Dobeš, Günter Dohr, Cesar Domela,
János Fajó, Kunibert Fritz, Rupprecht Geiger, Jerzy Grabowski, Heijo Hangen, Rainer Kallhard, Janusz Kapusta, Jiri Kolár, Stanislav Kolíbal, Tamás Konok,
Werner Krigelsten, Anatoli Krivtschikov, Jan Kubicék, Richard Paul Lohse, Paul Mansouroff, Robert Michel, Klaus Müller Dominick, Günter Neuse, Lev Nusberg,
Eduard Ovcácek, Štepán Pala, Eduard Paolozzi, Karin Radoy, Bernard Schulze, Horst Schwitzki, Daniel Spoerri, Klaus Staudt, Edik Steinberg, Norbert Thomas,
Victor Stjepanov, Zdenek Sýkora, Miloš und Robert Urbásek, Rudolf Valenta, Ryszard Winiarski, Rimma Zanjevskaja

