Markus Lüpertz (*1941 in Liberec, Tschechische Republik) zählt heute zu den wichtigsten Künstlern der Moderne. Seine Malerei gilt als neoexpressionistisch,
sein Werk zeichnet sich durch einen freien Umgang mit Zeichen und Motiven aus. Zugleich setzt sich Markus Lüpertz wie kaum ein anderer Künstler theoretisch
und künstlerisch mit klassischen Bildthemen auseinander.
In der Ausstellung stehen Figuren der griechischen Mythologie im Zentrum. Lüpertz hinterfragt traditionelle Darstellungsmodi und erweitert sie um das anwendbare
Spektrum der Moderne. Die über 160 versammelten Werke dokumentieren mediale Metamorphosen im Spannungsfeld der verschiedenen Gattungen: der Zeichnung, der Malerei
und der Skulptur.
Gerade die Bozzetti und die großformatigen Skulpturen erscheinen als eine folgerichtige transformatorische Verdichtung, in der die Malerei aus der zweiten in die
dritte Dimension übertritt. In dem wiederkehrenden Daphne-Motiv reinszeniert der Künstler eine traditionelle Ikonografie, die er innerhalb der verschiedenen Medien
in eine aktuelle Form der Repräsentation überträgt.
In der umfassenden Werkschau, die in Zusammenarbeit mit Markus Lüpertz entstanden ist, zeigt sich die reflektierte Form der künstlerischen Auseinandersetzung, die
der Künstler auch theoretisch begleitet. Aus der kunsthistorischen Perspektive kreisen die Fragen um Originalität und Autorschaft, die Lüpertz in der traditionellen
Selbstinszenierung als Künstlergenie wiederbelebt. Zur Ausstellung, die in Kooperation mit der Oblastní Galerie v Liberci in Tschechien entstanden ist, erscheint
ein umfangreicher Katalog in deutsch/englisch.
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