Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Dorota Nieznalska gehört zur jüngsten Künstlergeneration in Polen. Ihre komplexen Videoinstallationen, großformatigen Fotografien und Installationen zeichnen sich durch einen kritischen Zugriff sowohl auf die polnische Realität der Gegenwart als auch auf zeitgenössische Kunstformen aus.

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie stellte die 32-Jährige bereits im Rahmen der Themenausstellung "Sicht der Dinge" im vergangenen Sommer vor. Zuvor stellte Dorota Nieznalska 2003 in Berlin aus.

Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit der Gregorz Klaman-Schülerin ist das Phänomen der männlichen Herrschaft und dessen mystisch-religiöse Ausformungen und Hintergründe. Nieznalska greift den Männlichkeitswahn mit Hilfe religiöser Symbolik auf und problematisiert ihn über die Freisetzung seiner ambivalenten Wirkung zwischen Angst und Lust, Schmerz und Faszination. In der polnischen Öffentlichkeit erweckte sie mit ihrer Kunst große Aufmerksamkeit und scharfen Widerspruch. 2002 wurde sie sogar wegen Verunglimpfung religiöser Gefühle zu sechs Monaten eingeschränkter Freiheit verurteilt. Der Prozess geht im Sommer in die nächste Instanz.

In ihrer neuesten in Regensburg entstehenden Arbeit bezieht sich Dorota Nieznalska auf den polnischen Dichter Adam Mickiewicz (1798-1855), den Schöpfer der literarischen Figur einer Art Nationalmessias, der mit der mystischen Zahl 44 verknüpft wird. In einer Serie von bronzenen Dornkronen paraphrasiert sie deren symbolische Bedeutung als ein Attribut eines Mannes, der als ein heimlicher König die (polnische) Menschheit durch sein Leiden erretten will.

Die Installation der insgesamt 44 Dornenkronen wird zu Ausstellungsbeginn am 19.2. starten und Mitte März 2006 abgeschlossen sein.

Publikation zur Ausstellung

Eine Publikation wird im Laufe der Work-in-Progress entstehenden Projektausstellung erstellt.
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"Artist-in-Residence":

Eine der wichtigsten Aufgaben des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg ist, künstlerische Kontakte zwischen Deutschland und Mittelosteuropa zu organisieren und zu pflegen. Aus diesem Anlass wurde 2005 mit Unterstützung der Stadt Regensburg und der Zitzelsberger Kunst- und Kulturstiftung das Artist-in-Residence-Programm ins Leben gerufen. Es ermöglicht jungen Künstlerinnen und Künstlern aus Mittelosteuropa einen mehrmonatigen Arbeitsaufenthalt in der Donaustadt und verhilft zu einem gezielten Einstieg in den internationalen Kunstbetrieb.

Beginn: 19.2.2006
Eintritt: 4,-2,- erm.
Ort: Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Sonderausstellungsräume Erdgeschoss