Ludwig Richter,
Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal, 1827,
Öl auf Leinwand, 131 x 198 cm, bez. u.l.: LR (ligiert), Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, Leihgabe aus Privatbesitz.
Die Schausammlung "Erinnerung & Vision" präsentiert sich mit einer sensationellen neuen Dauerleihgabe,
dem verschollen geglaubten Gemälde "Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal" (1827)
des Dresdner Romantikers Ludwig Richter
Die 2005 eingerichtete, thematisch gestaltete Schausammlung "Erinnerung & Vision" des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg wird nach temporären
Veränderungen sukzessiv wieder eingerichtet. Den Anfang macht der Kuppelsaal mit dem Thema "Seelenlandschaften zwischen Ostsee und Riesengebirge".
Eine herausragende Position in diesem Raum bekommt das wiederentdeckte Gemälde "Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal" (1827) des Dresdner Romantikers Ludwig
Richter (1803-1884), der vor allem durch seine Illustrationen der Ausgabe der "Volksmährchen der Deutschen" aus dem Jahre 1842 populär wurde.
Das seit knapp 130 Jahren verschollen geglaubte Bild wurde im Jahr 2009 von einem privaten Sammler im internationalen Kunsthandel erstanden und nun dem Kunstforum
als Dauerleihgabe übergeben.
Der bemerkenswerte Fund bereichert die Gemäldesammlung des Kunstforums auf zweifache Weise: Zum einen gehört Ludwig Richter mit seinen Gemälden wie dem Programmbild
der deutschen Spätromantik "Die Überfahrt am Schreckenstein" (1837) oder dem "Bergsee im Riesengebirge" (1839) und vor allem mit den Illustrationen zu seiner Studienreisen
durch Schlesien und Böhmen (1836-1838) zum Sammlungsauftrag des Kunstforums. Zum anderen ist das Gebirgsbild "Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal" ein Meilenstein in der
alpinen Malerei des frühen 19. Jahrhunderts in Dresden.
Das Gemälde
Ludwig Richter hatte das großformatige Gemälde "Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal" bereits im August 1827 auf der Dresdner Akademischen Kunstausstellung eingereicht.
Ein Jahr später war es dann auf der Berliner Kunstausstellung zu sehen. Zuletzt befand es sich im Besitz seines Bruders Willibald Richter, der 1880 kinderlos verstarb.
Seitdem galt es als verschollen. Erst 2009 hat ein privater Sammler, der anonym bleiben möchte, das Bild zufällig im Kunsthandel wiederentdeckt und dem Kunstforum als
Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
"Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal" zeigt einen Sennenzug in einer frühlingshaften Landschaft vor den imposanten Berner Alpen mit ihren drei Gipfeln Silberhorn,
Jungfrau und Mönch. Die Darstellung ist exemplarisch für Gemälde, in denen die Alpen als Symbol für die Größe und Erhabenheit der Schöpfung zum Mythos und zur
Projektion persönlicher Sehnsüchte nach der unverfälschten Natur werden.
"Indem er die Natur als Gleichnis göttlichen Geistes darstellt, fasst Richter in dem Gemälde erstmals das Erhabene und Schöne in der Landschaftsmalerei zwischen Romantik
und Realismus zusammen", erklärt Prof. Dr. Hans Joachim Neidhardt aus Dresden, der Experte für die Kunst Ludwig Richters. "Die Wanderer im Vordergrund, die Hirten mit
ihren Tieren und der Posaunenbläser zeigen sich im Kontext mit dem Wegekreuz anschaulich als Vermittler und Künder der göttlichen Schöpfungsidee."
Katalogheft zur Wiederentdeckung (über das Museum erhältlich)
Hans Joachim Neidhardt: Ludwig Richter, Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal, 1827, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, Regensburg 2011, 2,50 Euro.
Dokumentation zur Wiederentdeckung:
Bei weiteren Fragen bitte wenden Sie sich an
Dr. Gerhard Leistner
Sammlungsleiter Gemälde/Skulptur, Kurator
Tel. +49 (0)941 29714-17
g.leistner@kog-regensburg.de
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