Friedrich Preller d. Ä.
1806 Eisenach - 1878 Weimar
Hünengrab auf Rügen. 1848
Öl auf Leinwand
Leihgabe der KfW Bankengruppen, Bonn
"Ich werde mich noch im Himmel an diese Insel erinnern." - beschreibt der berühmte Landschaftsmaler Friedrich Preller d. Ä. aus Weimar seine Rügenaufenthalte
zwischen 1837 und 1847. Ihr Ergebnis war eine Reihe gemalter und graphischer Hünengrabansichten, in denen er seine von Goethe attestierte und blockierte Neigung
zum Wilden und Romantischen befreite.
Die hier gezeigte Fassung ist besonders großzügig dimensioniert und lehnt sich im gewählten Ausschnitt an die 1808 von Karl August von Sachsen-Weimar erworbene
Friedrich-Zeichnung "Hünengrab am Meer", 1806/07 (Staatliche Kunstsammlungen Weimar) an.
Die Insel Rügen wurde im 19. Jahrhundert durch Kosegartens Dichtung und die Darstellungen von Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus zum Inbegriff der
'nordisch-ossianischen' Landschaft. Ihre prähistorischen Megalithgräber beschwor man als Zeugnisse einer heroischen Vergangenheit; zwei romantische Themen,
Patriotismus und Tod, verschmolzen in ihnen. Deutsch-germanisch besetzt war spätestens seit Klopstock auch die Eiche, der Heldenbaum. Während der napoleonischen
Fremdherrschaft und der Befreiungskriege galten beide als mit der Forderung nach nationaler Einheit und Freiheit konnotierte, identitätsstiftende Symbole, ihre
Visualisierung in 'altvaterländischen Szenen' als bekenntnishaft.

