Renée Sintenis
1888 Glatz/Schlesien – 1965 Berlin
Große Daphne. 1930, Nachguss 1991
Bronze
Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland
Renée Sintenis erhielt ihre Bildhauerausbildung 1908-1911 an der Berliner Kunstgewerbeschule. Bis zu ihrem Ausschluss durch die Nationalsozialisten, war von sie 1931
bis 1934 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Unter den Nationalsozialisten wurde ihre Kunst als „entartet“ diffamiert und 1937 in der Schandausstellung in
München präsentiert. Nach dem Krieg lehrte sie ab 1948 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und wurde 1955 zur Professorin berufen, bevor sie 1956 ihre
Lehrtätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgab.
Reneé Sintenis Œuvre umfasst vor allem kleinformatige Tierdarstellungen, Porträts und Darstellungen von Sportlern. Der zentrale Aspekt ihres Werkes war der menschliche
Körper in Bewegung und die intensive Auseinandersetzung mit dem individuellen Ausdruck.
Sintenis Daphneskulptur zeichnet sich durch einen schlanken, sich nach oben reckenden Körper aus. Die Beine liegen eng aneinander und die Arme strecken sich hinter dem
Kopf gen Himmel. Aus der Mitte der Beine, den Achseln und dem Haar wachsen Lorbeerzweige. Daphne, eine Figur aus den „Metamorphosen“ von Ovid, ist eine junge Nymphe,
die der Zudringlichkeit des trunkenen Apolls entrinnt, indem sie sich in einen Lorbeerbaum verwandelt.
Das Motiv der Daphne verwendet Sintenis erstmals für ihre Bronzestatue „Kleine Daphne“ (1918). Die „Große Daphne“ entstand 1930 als Auftragsarbeit für die Lübecker
Museen. Als Aufstellungsort war der Garten des Behnhauses angedacht, heute Museum Behnhaus Drägerhaus.

