Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Richard Paul Lohse
1902 Zürich – 1988 Zürich

Ohne Titel, 1982
4 Serigrafien, 4 bis 8 farbig, mit einem Text von
Hans Peter Riese Michaela Riese Stiftung
Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Richard Paul Lohse war von 1922 bis 1927 in einem Reklameatelier tätig. Als Autodidakt begann Lohse sein künstlerisches Schaffen in der Stillleben-Malerei mit spätkubistischen und expressionistischen Tendenzen.
In den 30er Jahren widmete er sich der Grafik und wurde zu einem der Pioniere der modernen Schweizer Grafik.
Er war 1937 zusammen mit Leo Luppi Mitbegründer und Vorstandsmitglied der „Allianz, Vereinigung moderner Schweizer Künstler“. Beeinflusst durch die Malerei der russischen Konstruktivisten und der niederländischen
De-Stijl-Gruppe kam Lohse in den 1940er Jahren zur Konkreten Kunst. Sein Ziel war es „durch methodisch klare Schritte die Vereinheitlichung von Bildmittel, Bildstruktur und Bildformat“ (Hans Joachim Albrecht) zu erreichen.
Seit 1942 werden seine Werke von klaren geometrischen Strukturen und seriellen Farbfeldern bestimmt. Quadrate und Rechtecke, in den Grund- und Komplementärfarben, ordnete er nach einem mathematischen System auf dem Bildträger an. Farbe und Form werden zu gleichberechtigten Elementen des Bildaufbaus. Auch als Kunsttheoretiker hatte Lohse großen Einfluss auf die Kunstschaffenden im Umfeld der Konkreten Kunst. 1953 erscheint seine Publikation "Neue Ausstellungsgestaltung" und ab 1958 war er Mitredaktor der Zeitschrift "Neue Grafik".

Bei dem Blatt „3 horizontale Teilungen“ aus der Mappe „Ohne Titel“ von 1982 steht die Reihung von Farbfeldern im Vordergrund. Die Einteilung des Blattes erfolgt, wie im Titel beschrieben, durch drei gleichgroße horizontale Rechtecke. Die Farbreihen in diesen Rechtecken folgen immer dem Schema: Magenta vor Violett vor Blau vor Grün vor Gelb vor Orange. Die Stärke der Farbfelder der Primärfarben Magenta, Blau und Gelb wird nach unten von Reihe zu Reihe größer. Wogegen die Komplementärfarben im entsprechenden Verhältnis reduziert werden. So entsteht eine Dynamik, die nur durch Lohses exaktes mathematisches System der Rechtecke nicht aus dem Rahmen fällt.

Die Serigrafie kann noch bis zum 20.4.08 in der Aus-stellung "KONKRET! Mappenwerke aus vier Jahrzehnten" am Kunstforum besichtigt werden.