Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Magdalena Jetelová

KOG mit roten Säulen, 2006
Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Magdalena Jetelová machte anfangs mit "Raumsprengenden Möbelskulpturen" aus monumentalen Eichenstämmen als ironisches Abbild der bestehenden Machtstrukturen in der realsozialistischen Wirklichkeit von sich reden. Heute sind es spektakuläre, hochkomplexe Raum- und Wahrnehmungstransformationen, die die Künstlerin mit elektronischen Medien oder durch kategorische Eingriffe in der Natur und im urbanen Freiraum, in musealen Innenräumen oder an Monumenten des Krieges inszeniert. Ihr Werk zeichnet sich durch künstlerische Radikalität und Konsequenz aus.
Magdalena Jetelová wurde 1946 in Semily in der Tschechoslowakei geboren und emigrierte 1985 in die Bundesrepublik Deutschland. Bereits 1987 war sie auf der 8. documenta in Kassel vertreten. Nach zahlreichen Stipendien und Preisen war sie von 1990 bis 2004 als Professorin an der Akademie für bildende Künste in Düsseldorf tätig. Seit 2004 ist Magdalena Jetelová Inhaberin des Lehrstuhls für Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste in München.
Anlässlich der Vergabe des Lovis Corinth-Preises am
25. Juni 2006 inszenierte Magdalena Jetelová mit ihrer Außeninstallation den Portikus des Kunstforums neu. Die quer stehenden roten Säulen drohen dem Anschein nach allen Seiten zu kippen und verleihen der Fassade eine lebendig, wilde Wirkung. Die Farbe Rot war/ist in allen Kulturen Zeichen der Revolutionsidee. Die Künstlerin bringt damit die sozialen Umwälzungen am Beginn eines neuen Jahrtausends zum Ausdruck. In der gleichzeitigen Ausstellung "Venceremos / Sale" stellt Jetelová ihr "Kubanisches Projekt" von 1994 zur Schau. Darin greift sie den Umgang mit dem Erbe der kubanischen Revolution auf und zeigt, wie bereits im Titel (Venceremos - "wir werden siegen!" und Sale - Ausverkauf) angedeutet, die Diskrepanz zwischen dem einstigen revolutionären Gedanken und dem Werteverlust in der Konsum- gesellschaft.
Aus der Ausstellung konnte das Kunstforum zwei Arbeiten der Künstlerin erwerben. Es handelt sich um experimentelle Fotografien, die durch Eingriffe in die Negative entstanden sind und mit Werken aus der Schausammlung des Kunstforums korrespondieren. Die in Leuchtkästen präsentierten großformatigen Fotos werden ab dem Frühjahr 2009 in Schausammlung zu sehen sein.

Mehr zeitgenössische Kunst sehen Sie in unserer Ausstellung "Essl Award. Junge Kunst in Mittel- und Südosteuropa" noch bis zum 1.6.2008. Wir freuen uns
auf Ihren Besuch.