Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Paul Kleinschmidt
(1883 - 1949)

Drei Bardamen, 1933 Öl auf Leinwand, 160 x 114 cm
Privatbesitz

"Ich will versuchen, eine Synthese der Götter von heute zu geben, einen riesigen Turm von Fressereien und Weib sowie Wein".
Mit diesen Worten beschreibt der Maler Paul Kleinschmidt im Jahr 1932 sein künstlerisches Konzept. Ein Jahr später setzt er in seinem Gemälde "Drei Bardamen" diese Intention auf das Trefflichste um: monumental und üppig aufgemacht staffeln sich Getränk, dralle Damen und eine Fülle an Törtchen und Kuchen um eine Bar . taufrisch sind hier alle nicht mehr; gelangweilt glänzt man vor sich hin. Das sind Kleinschmidt's Götter - die Götter des nächtlichen Großstadtlebens der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Am 31. Juli in Bublitz, Pommern in eine Künstlerfamilie hineingeboren - der Vater war Theaterdirektor - , war Kleinschmidt wohl die Faszination an der Welt im Schummerlicht, das Entlarven von Schein und Sein bereits in die Wiege gelegt.
Nach absolviertem Akademiestudium in Berlin und München trieb es ihn als Maler, insbesondere durch den persönlichen Einfluss von Lovis Corinth, immer wieder zu seinem Lieblingsthema zwischen Bar und Boudoir.
Dicht gedrängt, in zuweilen recht eigentümlichen Formaten, zeigt Paul Kleinschmidt mit fetten Farben an Üppigkeit kaum zu überbietende Arrangements von Figuren und Accessoires. In jeder Hinsicht also trägt der Maler dick auf. Und es ist gerade diese vordergründige plakative Malweise, durch die er das Feine und Hintersinnige in seinen Bildern herauszuarbeiten weiß.
Als ,proletarischen Rubens' hat der wortgewaltige Kunstkritiker Julius Meier-Graefe Paul Kleinschmidt nicht ohne Verehrung bezeichnet.
Heidrun Berchtold

Am 20.6.2009 eröffnet das Kunstforum die Ausstellung "Paul Kleinschmidt. Lust an der Malerei" im Rahmen der Museumsnacht 2009 . Es sprechen Dr. Gerhard Leistner, Kurator der Ausstellung und Klaus Michael Bilger,
1. Vorsitzender der Paul Kleinschmidt Gesellschaft e.V. Ulm. Die Veranstaltung wird mit amerikanischer Musik der 1920er bis 1940er Jahre u.a. Blues, Jazz, Swing und Charleston der Gruppe "Muck & His Swinging Buddies" untermalt.
Öffnungszeiten 20.6.: 19 bis 24 Uhr
Eintritt zur Eröffnung frei. Ab 21 Uhr 6 Euro (Vorverkauf) bzw. 7 Euro (Abendkasse) im Rahmen der Museumsnacht!