Ida Kerkovius
(1879 - 1970)
Häuser am Rigaischen Strand, 1939
Pastell auf chamois getöntem Papier, 50,2 x 69,6 cm
Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Aus verschiedenen Grüntönen und farbigen Akzenten in kräftigem Blau, Rosa bis Rot lässt Ida Kerkovius die Umgebung der Rigaischen Bucht mit hohen schlanken Bäumen und hölzernen Häusern in schwarzer Kontur entstehen. Der flächige und dennoch wohl organisierte Bildaufbau wird erst durch die Kraft der verwendeten Farben lebendig. Mit ihrer Malweise zitiert Ida Kerkovius vor allem Bildelemente des Jugendstils und des Expressionismus.
Am 31. August 1879 in Riga geboren, bereist Kerkovius nach Abschluss einer Privatmalschule 1902 Italien. Im selben Jahr beginnt sie ihr Studium bei Adolf Hölzel in Dachau. Nach einer kurzen Unterbrechung setzt sie es 1908 in Stuttgart erneut als Schülerin Hölzels fort. Ab 1911 ist sie freischaffend tätig. 1920 bis 1923 ist sie am Staatlichen Bauhaus zu Weimar als Schülerin in der Webklasse tätig. Hier begegnet sie unter anderem Klee und Kandinsky. Nach ausgedehnten Reisen durch Skandinavien, Belgien, Frankreich, Bulgarien, Italien und in ihre Heimat wird die Künstlerin 1939 schließlich in Stuttgart ansässig. Durch einen Bombenangriff 1944 wird ein Großteil ihres Werkes zerstört. Nach dem Krieg erhält die Künstlerin vielfache öffentliche Ehrungen. Ida Kerkovius verstirbt am 8. Juni 1970 in Stuttgart.
Die Meisterschülerin und langjährige Wegbegleiterin von Adolf Hölzel zählt neben Gabriele Münter und Käthe Kollwitz zu den herausragenden Künstlerinnen der Klassischen
Moderne. Ihre Darstellung der Rigaischen Bucht bewegt sich in dem für sie typischen Zwischenbereich von Gegenständlichkeit und Abstraktion.
(Text: Carmen Roth)
Veranstaltungshinweis:
Am 30.7.2009 um 18 Uhr gibt die Kunsthistorikerin Bettina Bauer-Spandl in einer Führung aus der Reihe "Perlen der Grafik im Kunstforum" einen exklusiven Einblick in
das grafische Werk von Ida Kerkovius.

