Ben Muthofer
(Oppeln / Oberschlesien 1937 - lebt und arbeitet in München und Ingolstadt
Lichtstele, 1995-1997
Stahl, weiß beschichtet
Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Inv.-Nr. 20158
Seit dem 20. Juli 2009 leuchtet ein neuer Pfeiler der Sammlung des Kunstforums auf dem Vorplatz des Museums. Die intensive Lumineszenz des Designobjektes rührt von dem integrierten weißen LED-Licht. Zur Installation der Lichtstele war der Künstler Ben Muthofer selbst nach Regensburg gereist und hat zusammen mit den Mitarbeitern des Kunstforums bei der Aufstellung Hand angelegt.
Der Maler, Grafiker und Bildhauer Muthofer überlässt dem Kunstforum eine großzügige Schenkung von über 160 Werken, darunter neun Skulpturen, ca. 150 Grafiken und drei Gemälde. Die großzügige Stiftung, die einen repräsentativen Querschnitt seines bisherigen Werk- schaffens dokumentiert, steht vor dem Hintergrund einer 2012 im Kunstforum stattfindenden großen Retrospektive anlässlich des 75. Geburtstages des Künstlers. Zu dieser Ausstellung soll ein Werkverzeichnis erscheinen, das vom Kunstforum Ostdeutsche Galerie (Federführung Dr. Gerhard Leistner) in Zusammenarbeit mit dem Künstler verfasst wird.
Nach einer Handwerkslehre in Erfurt und Bielefeld studiert Muthofer an der Werkkunstschule in Bielefeld und an der Akademie der bildenden Künste München. Von 1967 bis 1968 arbeitet er in den USA zusammen mit Alexander Calder und Ernest Trowa und übernimmt 1968 bis 1974 eine Lehrtätigkeit an der Washington-University in St. Louis. Ab Mitte der 1970er Jahre richtet er sich sein Atelier in Kirn am Inn ein. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heinz Gruchot begründet er 1982 die Gruppe vertikal, diagonal, horizontal. 1988 bis 1993 hat er eine Gast- professur an der Myndlista, Kunsthochschule Reykjavik, in Island inne. Seit Ende der 1990er Jahre lebt und arbeitet Muthofer in Ingolstadt, wo er neben Werkstatt und Wohnung über ein eigenes Studio mit Ausstellungsfläche verfügt. 2000 hat er den Bayerischen Staatspreis "Rhythmus in der konkreten Kunst" München erhalten.
Muthofer beginnt seine künstlerische Tätigkeit zunächst als Maler und Grafiker und greift beeinflusst durch seinen Lehrer an der Münchner Akademie Ernst Geitlinger abstrakte Themen auf. Auf der Grundlage des Dreiecks und nach logisch mathematischen Gesetzmäßigkeiten (z.B. Fibonacci-Folge) gestaltet der Bildhauer seit den 1970er Jahren Werkstoffe wie Aluminium und Stahl durch Faltung, Drehung, Schnitt und Versetzung zu dreidimen- sionalen Bildwerken im Spannungsverhältnis zwischen Raum und Fläche, deren Charakter an die japanische Papierfalttechnik des Origami erinnern. Diese geo- metrischen Körper, die seit 1982 weltweit im öffentlichen Raum zu sehen sind, offenbaren in schwebender Leichtigkeit eine Ambivalenz zwischen Balance und Statik.

