Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
 

»Denn das »Ich« ist das größte ... Geheimnis der Welt.«
Max Beckmann
Raum 3 Ich und Welt Doppelleben im Spiegelbild: Selbstbildnis und Porträt

Wer "ich" sagt, weiß vom Anderen. Ohne Spiegel gibt es kein Selbst. Kunst ist Echo ihrer Zeit und Künstler reflektieren Zeitgenossen - nicht nur im Porträt. Doch selten ist die Relation von Urbild und Abbild eindeutig. Ähnlichkeit erweist sich als dynamische Kraft. Seit der Romantik ist die Balance zwischen Ich und Welt gestört. Künstler versichern sich seither mit Selbstbildnissen ihrer Einsamkeit. Im Porträt der bürgerlichen Auftraggeber spürten sie dem Abgrund zwischen Sein und Schein nach, zunehmend zerrieben im Widerspruch von Repräsentation und Abstraktion. Expressionisten erfanden das Menschenbild von innen noch einmal neu. Im Laufe des 20. Jahrhunderts lösten sich die Konturen der Persönlichkeit auf; in der Kunst bewahrt das Porträt jedoch Dauer.