Neu in der Schausammlung: "Nr. 44" von Dorota Nieznalska
Der Verein der Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg stiftete erstmals Gegenwartskunst für die Schausammlung. Am Dienstagabend, 7. November 2006, übergab der Vorsitzende des Vereins, Dr. Wilhelm Weidinger, Kunstforums-Direktorin Dr. Ulrike Lorenz die aus 44 Dornkronen bestehende Installation "Nr.44" der polnischen Künstlerin Dorota Nieznalska. Die Installation hat ihren Platz im Themenraum "Geschichte und Erinnerung". Angebunden an einen Strick, hängt die rund vier Meter lange Kette der ineinander verkeilten Dornkronen zwischen dem Gemälde "noch ist Polen nicht verloren" (1978) von Anselm Kiefer und Hans Fronius Gemälde "Mauthausen" (1982). Das Kunstforum hat außerdem einen Videofilm der Künstlerin.
Dorota Nieznalska schuf ihre Installation im vergangenen Jahr während ihres Aufenthalts als Artist-in-Residence in Regensburg. Sie setzte damit ihre Auseinandersetzung mit männlicher Macht und Ohnmacht, Herrschaft und historisch tradiertem Rollenzwang fort. Durch die Anordnung in einer Kette, die mit einem Strick verbunden ist, entfalten die 44 unterschiedlichen Kronen eine physisch-sinnliche Wirkung, die die Doppeldeutigkeit der männlichen Rolle zwischen leidendem Opfer und handlungsmächtigem Erlöser eindringlich zum Ausdruck bringt. Zeichenhaft verweist die Anzahl der Kronen auf die nationalistische Überhöhung des Heimatlandes gegenüber dem Schicksal des Einzelnen, wie sie der romantische Dichterfürst Adam Mickiewicz in seinen Epen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert als Losung für Polen formuliert hatte.


