Emil Orlik an Max Lehrs

Künstlerpost aus aller Welt

31. März bis 18. Juni 2023
 

Rund 440 Briefe und Postkarten schickte Emil Orlik zwischen 1898 und 1930 an seinen Freund Max Lehrs. Der Kunsthistoriker war in dieser Zeit am Dresdner Kupferstichkabinett und später als Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts (1904–1908) tätig, bevor er als Direktor des königlichen Kupferstich-Kabinetts nach Dresden zurückkehrte. Orliks Post ließ er sorgfältig in drei Alben binden. Das komplette Konvolut befindet sich heute in der Grafischen Sammlung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, die insgesamt mehr als 2.000 Einzelblätter von Emil Orlik verwahrt.

Seine Schriftstücke an Max Lehrs bereicherte Orlik zumeist mit farbigen Zeichnungen, gelegentlich finden sich auch Proben von seinen druckgrafischen Arbeiten. Über den ästhetischen Wert hinaus ist der Inhalt der Korrespondenz auch von kunstwissenschaftlichem Interesse. So lässt sich anhand der Schreiben nicht nur die Freundschaft zwischen Orlik und Lehrs nachvollziehen und zahlreiche weitere biografische Sachverhalte näher beleuchten. Es finden sich auch Hinweise auf Orliks aktuelle künstlerische Vorhaben.

Die wertvolle Korrespondenzsammlung wurde noch nicht vollständig publiziert. Erschienen ist bisher nur eine Auswahl, die der Adalbert Stifter Verein 1981 unter dem Titel „Malergrüße“ herausgegebenen hat. Zitate einzelner Textstellen finden sich in der Orlik-Literatur. Dank dem kürzlich angekauften Grafikscanner ist es nun möglich gewesen, alle Briefe und Postkarten professionell zu digitalisieren. Die Scans bilden zum einen die Basis für die vollständige Bearbeitung und Edition des Bestandes in Form eines Katalogs. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, einzelne Blätter aus dem Band zu präsentieren.

Die Ausstellung „Emil Orlik an Max Lehrs. Künstlerpost aus aller Welt“ stellt die einzigartige Korrespondenzsammlung des Künstlers somit erstmals vollständig der Öffentlichkeit vor: Die drei Alben mit den gebundenen Originalen kann man aufgeschlagen in Vitrinen bewundern. Vergrößerte Reproduktionen an den Wänden zeigen besondere Stücke im Detail. Auf einem Bildschirm lassen sich sämtliche Briefe und Karten durchblättern und von allen Seiten betrachten. In der Zusammenschau mit thematisch passenden Arbeiten und Skizzenbuchseiten aus dem reichen Orlik-Bestand der Grafischen Sammlung ergibt sich ein spannender Einblick in die Lebenswelt des Künstlers. Die Besucherinnen und Besucher können Orliks zahlreiche Reisen mitverfolgen, bekommen aber auch eine Vorstellung von Orliks vielfältigen druckgrafischen Techniken, mit denen er fortlaufend experimentierte.

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