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Wie lässt sich das Moderne in Corinths Gemälden zu fassen bekommen? In der Kunstgeschichte wurde meist die Entwicklung des Künstlers vom Naturalismus über den Impressionismus, den Symbolismus und einen frühen Expressionismus als Gradmesser der Modernisierung verstanden. Der Künstler, so die gängige Erzählung, habe mit seinen Werken die unterschiedlichen Stilphasen der Zeit um 1900 gleichsam durchgespielt und sich den jeweils neuesten Strömungen angeschlossen, ja diese mit den expressionistischen Zügen seines Spätwerks sogar schon vorweggenommen.
So richtig diese Einschätzung ist, so übersieht sie doch ganz wesentliche Aspekte in Corinths Schaffen, insbesondere seine lebenslange Treue gegenüber einer in Bildgattungen organisierten Malerei, wie sie seit Jahrhunderten an den Akademien gelehrt wurde. Historienszenen, Porträts, Genre-, Landschafts- und Stilllebenmalerei bilden das übergreifende Ordnungsschema eines Gesamtwerks, das sich sonst in vielerlei Hinsicht als freiheitsliebend und betont unakademisch geriert. Wie der Vortrag aufzeigen möchte, bilden Konvention und Rebellion in Corinths Oeuvre gegenläufige Prinzipien, die seine künstlerische Produktion auch jenseits der üblichen Einteilung in Stilphasen bestimmen.