Moderation: Prof. Katrin Boeckh, Denkraum Ukraine; IOS Regensburg; LMU München
Teilnahme frei
Anmelden können Sie sich über den Anmeldebutton weiter unten oder unter 0941 29 714 20 (Di bis So 10-17 Uhr).
Für Ernestine Hanus (1916-2011) war ihre Heimat Czernowitz/Tscherniwzi (heute Ukraine), die sie 1940 verlassen musste, ein verlorenes Paradies. In geheimer Absprache mit der Sowjetunion holte NS-Deutschland die deutschstämmige Bevölkerung „heim ins Reich“. Das war der Anfang vom Ende des vielfältigen Kulturlebens der Stadt, in der man jiddisch, deutsch, ukrainisch, rumänisch, und polnisch gesprochen hat.
2008 lud Susanne Hanus Großmutter und Vater zu einer Reise ein. In umgekehrter Richtung legten sie Station für Station den langen Weg zurück, der die junge Ernestine und ihren Sohn (*1941) nach Westdeutschland geführt hatte. Ihre Erinnerungen und Eindrücke sammelten sie: Es entstand eine Collage aus Texten und Bildern, die von der Familiengeschichte, historischen Ereignissen und dem aktuellen Geschehen in der Ukraine erzählten. Weitere Zeichnungen und Kommentare ergänzte Susanne Hanus 2011 bei einem zweiten Besuch der Stadt. Nach Beginn des russischen Vollangriffs auf die Ukraine 2022 fügte sie dem Reisetagebuch Berichte der Leiterin der „Kulturgesellschaft Gedankendach“ vor Ort hinzu. Krieg, Flucht, Vertreibung – die Geschichte wiederholt sich.