Eröffnung 19. November, 19 Uhr
Die Doppelausstellung präsentiert Grafiken und Gemälde von August Brömse (1873 - 1925), einem der wichtigsten deutschböhmischen Künstler, in
Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Arbeiten seiner Urenkelin Kathrin Brömse (*1970). Für beide sind der Mensch und seine existenziellen Erfahrungen zentrale
Motive ihrer Kunst. So spannt die Ausstellung einen thematischen Bogen über vier Generationen und ein Jahrhundert hinweg.
Der Maler und Grafiker August Brömse wurde 1873 in Franzensbad/Böhmen (Františkovy Lázne/Tschechische Republik) geboren. Er studierte in den 1890er
Jahren an der „Königlichen Akademie der Künste zu Berlin“ und kehrte dann in seine Heimat zurück. Seit 1910 bis zu seinem Tod war er Professor an der Prager Akademie
der Bildenden Künste und leitete hier die „grafische Spezialschule“. 1919 gründeten junge Künstler aus Brömses Umkreis die Gruppe „Die Pilger“ und wählten ihn zu ihrem
geistigen Führer. Wichtige Mitglieder waren neben seinen Schülern Josef Hegenbarth, Emil Helzel und Leo Sternhell auch Mary Duras und Maxim Kopf.
Der Nachlass des Künstlers ist einer der umfangreichsten in der Sammlung des Kunstforums. Neben knapp 1.200 Druckgrafiken befinden sich in dem
Regensburger Museum mehrere hundert Zeichnungen auf losen Blättern und in Skizzenbüchern sowie über 600 Gemälde, Skizzentafeln und kleinformatige Temperaskizzen.
Die Korrespondenz zwischen Brömse und seiner späteren Frau Else Schünemann im Archiv des Museums stellt eine wichtige Quelle zu seiner Kunst dar.
Die Ausstellung präsentiert das Werk von August Brömse auf Grundlage einer neuen Aufarbeitung des großteils noch unveröffentlichten Nachlasses. Über 100 Arbeiten auf
Papier (Zeichnungen und Druckgrafik), 30 Gemälde und Temperaskizzen vermitteln eine intensive Begegnung mit Brömses Bildwelt zwischen düsterem Symbolismus und
mystischem Expressionismus.
Die Urenkelin Kathrin Brömse stellt sich mit etwa 60 Gemälden und Grafiken aus dem Zeitraum von 2003 bis heute vor. Inspiriert mitunter von den Werken
ihres Urgroßvaters, fand die Künstlerin ihren eigenen Weg zur Kunst. Sie studierte Bildende Kunst in Hamburg und Marburg und erprobte verschiedene künstlerische Techniken.
Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen einheitlichen, ausdrucksstarken Stil aus. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht die menschliche Figur, die sie zum Spiegel
allgemeiner und individueller Befindlichkeiten macht. Durch unerwartete Kombinationen bekannter Gegenstände und Gesten bezieht sie den Betrachter in ein irritierendes
Spiel von Assoziationen ein. In dem Bestreben, die Schattenseiten des Menschen sichtbar zu machen, stehen sich Kathrin und August Brömse nahe.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog (208 Seiten, zahlr. Farb-Abb., 22,80 €, über das Museum oder den Buchhandel zu beziehen)
Begleitprogramm als PDF>>>
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