Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg





Dr.-Johann-Maier-Straße 5, 93049 Regensburg
Tel.+ 49 (0)941 29714-0, info@kog-regensburg.de
Di-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, 6 € / 4 € ermäßigt
Logo: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg


14. Juli bis 29. Oktober 2017

Die Ausstellung setzt sich kritisch mit der Kunstpolitik der NS-Zeit auseinander, die für das Selbstbild des Regimes wesentlich war. Der Titel „artige Kunst“ versteht sich als Gegenbegriff zur diffamierenden NS-Terminologie der „entarteten Kunst“. Gezeigt werden exemplarische Werke der offiziell geduldeten und geförderten Kunst, dazu in konfrontativer Gegenüberstellung Werke von verfolgten und verfemten Künstlern.
In thematische Kapitel gegliedert führt die Ausstellung vor Augen, dass dem größten Teil der hier versammelten „artigen“ Kunst ein kritisch hinterfragendes Potenzial ebenso fehlt wie ein humanistischer Anspruch: Ländlich-familiäre Idyllen werden heraufbeschworen, Sportler bei der körperlichen Ertüchtigung gezeigt, Bauprojekte des sog. „Tausendjährigen Reichs“ illustriert oder mythologisch inspirierte Szenen ins Bild gesetzt.
Macht man sich bewusst, dass zeitgleich der Zweite Weltkrieg vorbereitet wurde bzw. schon ausgelöst war und ganze Bevölkerungsgruppen brutal ausgegrenzt, verfolgt und in Konzentrationslagern gefoltert und ermordet wurden, dann wird die Verlogenheit dieser Kunst offensichtlich. Gerade darin liegt eine wesentliche politische Bestimmung der „artigen“ Kunst: Indem sie weite Bereiche der gesellschaftlichen Realität ausblendete oder beschönigte, konnte sie systemstabilisierend wirken und in Zeiten von Krieg, Terror und Massenmord die erwünschte Entlastungs- funktion einnehmen.
Eine Ausstellung der Stiftung Situation Kunst, Bochum, mit der Kunsthalle Rostock und dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg.

Alexej von Jawlensky, Mädchenbildnis, 1909, Öl auf Leinwand, 92 x 67,2 cm, © Museum Kunstpalast, Düsseldorf.
Foto: Horst Kolberg - ARTOTHEK


Unter dem Motto „Woher kommen wir, wohin gehen wir?“ lädt die neue Auswahl der Sammlung zu einer Reise durch Zeit und Raum ein. Der Rundgang führt den Besucher durch über 200 Jahre Kunst und Geschichte und zugleich – im Sinne des Stiftungsauftrags des Museums – an verschiedene Orte: Es sind Stätten historischer Ereignisse, Städte des künstlerischen Austausches wie Danzig und Königsberg mit ihren Kunstakademien oder Prag als Zentrum der Prager Sezession. Ferner geht es um Landschaften der Inspiration, die die Künstlerinnen und Künstler in Italien, in der Schweiz sowie insbesondere an der Ostseeküste fanden und festhielten. Die Darstellungen fiktiver Orte in Traum- und Alptraumszenen schöpfen hingegen aus inneren Bildern und Visionen. Dem roten Faden folgt der Blick auf die Breslauer Malerschule und das damit zusammenhängende Kunstschaffen der sogenannten Goldenen Zwanziger Jahre im Osten der Weimarer Republik und auch über deren Grenze hinaus. Eine Gegenüber-
stellung von Werken deutscher, tschechischer, russischer und polnischer Künstler zeigt den Austausch zwischen Ost und West, der auch durch den Eisernen Vorhang nicht unterbunden wurde.


AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

Freitag, 20. Oktober, 19 Uhr
Eröffnung der neuen Schausammlung
Eintritt frei
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Samstag, 21. Oktober, geöffnet bis 18 Uhr
Die neue Schausammlung stellt sich vor
14:30 und 15:30 Die Highlights
15:00 Kunst & Geschichte
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Sonntag, 22. Oktober, geöffnet bis 18 Uhr
Die neue Schausammlung stellt sich vor
14:00 und 16:00 Kunst & Geschichte
14:30, 15:30 und 16:30 Die Highlights
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Sonntag, 22. Oktober, 10 bis 12 Uhr
Kindereröffnung der neuen Schausammlung
Rundgang mit Spiel- und Kreativstationen
Eintritt frei
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Sonntag, 22. Oktober, 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung „artige Kunst“
2 € + Eintritt
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Mittwoch, 25. Oktober, 13 Uhr
Mittagspause im Museum:
Freie Kurzführung „artige Kunst“

Dr. Agnes Tieze, Kuratorin der Ausstellung / Dr. Alexandra Demberger, Kunsthistorikerin / Astrid Mendes da Vitoria, Kunsthistorikerin
6 / 4 € Eintritt
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Anlässlich der Ausstellung „artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus“ führten Studierende des Instituts für Geschichte der Universität Regensburg, Fachbereich Geschichtsdidaktik mit Schülern der neunten Klasse an der Privaten Realschule Pindl in Regensburg das Projekts „Schüler denken über ,artige Kunst‘ nach“ durch. Entstanden ist dabei eine Präsentation, die im Museumsfoyer installiert ist. Im Mittelpunkt stehen Originale von Schülerzeichnungen aus den frühen 1940er Jahren, die die Projektleiterin Dr. Heike Wolter in einem Privatarchiv aufgetan hat. Historische Fotografien betten die Zeichnungen in den entsprechenden Kontext ein, Kommentare der heutigen Schüler geben Anregungen zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik.