Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg





Dr.-Johann-Maier-Straße 5, 93049 Regensburg
Tel.+ 49 (0)941 29714-0, info@kog-regensburg.de
Di-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, 6 € / 4 € ermäßigt
Logo: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
 
KOG trotz Arbeiten an der Fassade geöffnet

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie stellt die Installation der Künstlerin Magdalena Jetelová, die die Säulen am Eingang des Museums mit rotem Teppichstoff ummantelt, nach dem Brandanschlag vom 4. Juni 2014 wieder her. Das Haus ist dennoch wie gewohnt geöffnet. Wir bitten, die durch die Arbeiten verursachten Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

27. September 2014 bis 1. Februar 2015

Als Oskar Kokoschka (Pöchlarn 1886 – 1980 Montreux) Ende September 1934 nach Prag reiste, plante er lediglich einen Kurzbesuch. Schließlich blieb er in der Heimat seiner Vorfahren vier Jahre. Offizieller Anlass war der Auftrag, den tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomáš Garrigue Masaryk zu porträtieren. Vor allem aber malte er die Stadt, die ihn faszinierte: Bis Ende 1938 entstanden nicht weniger als 37 Gemälde, darunter allein 16 Prag-Ansichten.

Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Expansionsbewegung und ihrer restriktiven Kulturpolitik stellte Prag in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre einen Ort des Rückzugs und des Austausches dar. Kokoschka unterhielt Kontakte sowohl zu tschechischen und deutsch-böhmischen Künstlern als auch zu dem Emigranten-Kreis. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten flüchtete Oskar Kokoschka mit seiner zukünftigen Frau Olda Palkovská nach London.

Die Regensburger Ausstellung präsentiert Kokoschkas in Prag entstandenes Œuvre und bettet es in den Kontext seines dortigen künstlerischen Umfeldes ein. Neben dem Porträt von Masaryk aus dem Carnegie Museum of Art, Pittsburgh/USA, konnte auch das Gemälde „Prag – Nostalgia“ aus der Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh, für die Schau gewonnen werden. Weitere Leihgeber sind u. a. Národní galerie v Praze, die Fondation Oskar Kokoschka in Vevey, das Kunsthaus Zürich, das Österreichische Landesmuseum St. Pölten, die Sammlung Würth, die Staatlichen Museen zu Berlin sowie zahlreiche Privatsammler.

Oskar Kokoschka, Prag. Blick vom Moldauufer auf die Kleinseite und den Hradschin III (Ausschnitt), 1936, Öl auf Leinwand, Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, © Fondation Oskar Kokoschka/VG Bild-Kunst, Bonn 2014

4. September bis 30. November 2014

Im August 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Aus diesem Anlass zeigt SCHAUFENSTER 9 mit einer Auswahl an Handzeichnungen und Druckgrafiken die Auswirkungen der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ auf das Schaffen von Künstlern wie Otto Dix, Max Beckmann, Erich Heckel, Ludwig Meidner, Willy Jaeckel oder Felix Meseck. „Der Erste Weltkrieg auf Papier“ vereint rund 20 Werke, in denen sich realistische Schilderungen mit allegorischen Herangehensweisen, expressive Überhöhung mit reduzierter Formensprache abwechseln. Trauer, Wut und Entsetzen sprechen aus diesen Blättern, die retrospektiv als politische Stellungnahme wie auch als persönliches Zeugnis zu lesen sind.

Ludwig Meidner, „Die Kanone“ (Ausschnitt), 1914, Rohrfeder in schwarzer Tusche, Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, © Ludwig-Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main

6. Juni bis 7. September 2014

»Heimat« ist ein vielschichtiger Begriff. Die Ausstellung versteht sich als eine Art Versuchsanordnung: Mit ihr soll ausgelotet werden, wie sich die zeitgenössische Fotografie diesem Thema in der Fokussierung auf Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa nähert. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozesse nach dem Zerfall des Ostblocks machen dort die Frage nach identitätsstiftenden Bezugspunkten besonders bedeutsam. In der künstlerischen Beobachtung dieser Entwicklungen spielt die Fotografie als ein Medium, das gleichermaßen Vorstellungen und Erinnerungen prägt, eine wichtige Rolle.
Präsentiert werden Werkgruppen von 13 Künstlerinnen und Künstlern, die entweder selbst im östlichen Europa geboren wurden oder dort in verschiedenen Ländern fotografiert haben. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten, die sich in einer historischen Perspektive mit der Erfahrung des Heimatverlustes durch die Grenzverschiebungen in Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzen. Ein anderer Akzent liegt auf Positionen, in denen der Frage nachgegangen wird, was »Heimat« heute sein kann. Hier geht es um den Aspekt der Verortung – in einem Netz familiärer oder freundschaftlicher Beziehungen, in einer Landschaft oder im Rekurs auf die Kindheit. Eröffnet wird damit ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Fortschritt sowie lokalen und globalen Entwicklungen.

Tomáš Pospěch, aus der Serie »Země Č eská domov mu°j« (»Böhmen ist mein Heimatland«) (Ausschnitt), 2001–2013,
© Tomáš Pospěch

Kulturpartner
Wochenübersicht der Veranstaltungen September 2014

Dienstag, 2. bis Freitag, 5. September, 14 bis 17 Uhr
Der Esel auf zwei Beinen. Bilder zu Tiergeschichten. Sommerferien-Workshop für 8- bis 12-Jährige
Technik: Feder, Tusche, Aquarell
Kosten: 55 Euro inkl. Material

Donnerstag, 4. September, 19 Uhr
KOG-tail: Karl Schmidt-Rottluff – Landschaften zwischen Nidden und Leba
Dr. Gerhard Leistner
7/5 Euro inkl. Eintritt und Getränk

Sonntag, 7. September, 15 Uhr – LETZTER TERMIN
Führung durch die Ausstellung
„Heimat? Osteuropa in der zeitgenössischen Fotografie“

Carolin Binder, Kunsthistorikerin
2 € + Eintritt

Schausammlung im Fokus.
Themenführungen durch die Dauerausstellung

Neue Einblicke eröffnen unsere Themenführungen: Wechselnde inhaltliche Schwerpunkte ermöglichen ein vertieftes Verständnis der Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Die Moderne lässt sich mit hervorragenden Beispielen bedeutender Künstler im Kunstforum Ostdeutsche Galerie nachvollziehen: Von Romantik und Realismus über Impressionismus und Expressionismus, von Konstruktivismus und Konkreter Kunst bis hin zu informeller und medialer Kunst – entscheidende Stilrichtungen veranschaulichen die massiven kulturellen Veränderungen Mittel- und Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert.

15 farbige Themenräume
Ein Einblick >>>


Themenführungen im September 2014

... folgt demnächst

Führungen durch die Dauerausstellung sind auch privat buchbar. Kontakt: Tel. 0941-29714 0 oder
E-Mail: info@kog-regensburg.de
Kosten: 2 € + Eintritt

Neues aus dem Kunstforum
Kunst auf Reisen: Jan Kubícek – Retrospektive.
Städtische Galerie Prag

21 Werke des tschechischen Malers, Grafikers und Fotografen Jan Kubícek aus der Michaela-Riese-Stiftung im Kunstforum sind noch bis zum 10. August in einer Retrospektive in Prag zu sehen. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Prag (Galerie Hlavního mesta Prahy) zeigt einen Überblick über das Werk dieses wichtigen Vertreters des tschechischen Konstruktivismus. Die Regensburger Leihgaben wie die „Geteilten Kreise“ (1987/1993) oder die Serie „System“ (1988/1999) zeigen Kubíceks typische Experimente mit Verschiebungen von Kreis-Segmenten.
Kubícek ist insbesondere in Deutschland bekannt geworden, wo ab Ende der 1960er Jahre seine ersten Einzelausstellungen stattfanden. Wie viele andere Künstler aus der damaligen Tschechoslowakei und der Sowjetunion hatte ihn der Journalist und Kunstsammler Hans-Peter Riese nach Deutschland vermittelt. Riese ist auch Kurator der Prager Ausstellung. Einen Einblick in seine Sammlung gab das Kunstforum mit der Ausstellung „Dialog über Grenzen. Die Sammlung Riese“ im Frühjahr 2013. Im Anschluss daran wurde die 2008 von ihm begründete Michaela-Riese Stiftung unter anderem um die Werke von Jan Kubícek erweitert.

Jan Kubícek, Zerteilte Kreise, drei Dimensionen, 1987/1993, Acryl auf Leinwand, Michaela-Riese-Stiftung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg