Mit ihren Fadeninstallationen verwandelt Susanne Hanus Innenräume sowie Außenbereiche. Die Verstrickungen machen das „Verwickelt-Sein“ in Beziehungen, Abhängigkeiten und Zusammenhänge der Welt von heute sichtbar. Zugleich vernetzen sie mit Erinnerungen an andere Orte und Zeiten. So verknüpfte die Künstlerin auch das Elternhaus ihrer Großmutt er in Czernowitz/Tscherniwzi (heute Ukraine) mit der Region, in der die Familie heute lebt.

Nach ihrem letzten Auftritt im Kunstforum Ostdeutsche Galerie 2014 anlässlich der Ausstellung „Zeitspuren“ erstellt Susanne Hanus nun im Foyer des Museums erneut ein Netzwerk. An der Langen Nacht der Museen am Samstag, 10. Oktober, machen Licht und Musik von Jean-Michel Jarre die Installation auf einzigartige Weise erlebbar. In den darauffolgenden Wochen bildet sie den sinnfälligen Rahmen für Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Denkraum Ukraine. Den Auftakt macht Susanne Hanus selbst: Am Freitag, 16. Oktober, stellt sie das Tagebuch ihrer „Reise nach Czernowitz“ vor.

Fri. 16.10.
18:30 - 19:30

„Reise nach Czernowitz“

Susanne Hanus stellt ihr Drei-Generationen-Projekt vor

 

AusstellungLesung

Moderation: Prof. Katrin Boeckh, Denkraum Ukraine; IOS Regensburg; LMU München

Teilnahme frei

Anmelden können Sie sich über den Anmeldebutton weiter unten oder unter 0941 29 714 20 (Di bis So 10-17 Uhr).


Für Ernestine Hanus (1916-2011) war ihre Heimat Czernowitz/Tscherniwzi (heute Ukraine), die sie 1940 verlassen musste, ein verlorenes Paradies. In geheimer Absprache mit der Sowjetunion holte NS-Deutschland die deutschstämmige Bevölkerung „heim ins Reich“. Das war der Anfang vom Ende des vielfältigen Kulturlebens der Stadt, in der man jiddisch, deutsch, ukrainisch, rumänisch, und polnisch gesprochen hat.

2008 lud Susanne Hanus Großmutter und Vater zu einer Reise ein. In umgekehrter Richtung legten sie Station für Station den langen Weg zurück, der die junge Ernestine und ihren Sohn (*1941) nach Westdeutschland geführt hatte. Ihre Erinnerungen und Eindrücke sammelten sie: Es entstand eine Collage aus Texten und Bildern, die von der Familiengeschichte, historischen Ereignissen und dem aktuellen Geschehen in der Ukraine erzählten. Weitere Zeichnungen und Kommentare ergänzte Susanne Hanus 2011 bei einem zweiten Besuch der Stadt. Nach Beginn des russischen Vollangriffs auf die Ukraine 2022 fügte sie dem Reisetagebuch Berichte der Leiterin der „Kulturgesellschaft Gedankendach“ vor Ort hinzu. Krieg, Flucht, Vertreibung – die Geschichte wiederholt sich.

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