Vor einem Kunstwerk zu stehen, es in voller Größe, mit allen Details und in seiner Materialbeschaffenheit betrachten zu können, ist etwas Besonderes. Doch, wie ist es, wenn man nicht die Möglichkeit dazu hat? Wenn man z.B. nicht ins Museum kommen kann? An dieser Stelle setzt der Workshop „Kunst fühlen, hören, riechen“ an. Die Kunstvermittlerinnen des Kunstforums Ostdeutsche Galerie besuchen Schulen im Landkreis Regensburg und bringen die Kunst ins Klassenzimmer. Das Programm ist Teil der „Denkfabrik DIGITAL JUNIOR on Tour“. Dieses Format zur Stärkung der Medienbildung in der außerschulischen Bildungswelt hat das Medienzentrum Regensburger Land 2024 ins Leben gerufen. 2025 wurde das Konzept erweitert. „Die Angebote finden nicht mehr nur im Medienzentrum statt, auch Schulen, Kindergärten, Kinder- und Jugendtreffs oder Familienstützpunkte können nun Kurse oder Filmveranstaltungen vor Ort buchen,“ beschreibt Gaby Eisenhut, ehrenamtliche pädagogische Leiterin des Medienzentrums. „Wir wissen, wie aufwendig es für Institutionen im Landkreis ist, Fahrten in die Stadt Regensburg zu organisieren und die damit verbundenen Kosten zu stemmen.“
Die Zusammenarbeit zwischen Gaby Eisenhut und dem KOG besteht schon seit langen Jahren. Der Fokus lag dabei vielfach im Bereich der inklusiven Kunstvermittlung, insbesondere für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Grundlegende Konzepte hierzu konnte das KOG mit Unterstützung von AsKI, Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute, entwickeln. Auf diese Ansätze greift auch der Workshop „Kunst fühlen, hören, riechen“ zurück. Denn die Ausgangsituation ist die gleiche: Auch die Schülerinnen und Schüler lernen ein Kunstwerk kennen, ohne es direkt im Museum zu sehen, mittels verschiedener anderer Sinne.
Zur Einstimmung laden die Vermittlerinnen die Kinder ein, die Augen zu schließen und aufmerksam zuzuhören. In die Beschreibung einer Landschaft lassen sie verschiedene Geräusche einfließen: Wassergeplätscher, Vogelgezwitscher, knackende Äste. Im Nächsten Schritt geht es darum, sich ein konkretes Gemälde aus dem KOG, den „Frühlingsmorgen im Lauterbrunner Tal“, vorzustellen – jeder für sich in Gedanken: Was hörst Du? Welche Jahreszeit hast Du in Deinem Bild? Wie riecht es in Deinem Bild? Auch hier werden die verschiedenen Sinne angeregt, es gibt weitere Soundcollagen, Riechsäckchen, Naturmaterialien zum Ertasten und Tastmodelle des Kunstwerks. Abschließend zeigen die Vermittlerinnen den Kindern eine Reproduktion des Gemäldes. Die Überraschung ist groß beim Vergleichen mit dem eigenen Bild im Kopf.
Diese eigenen Bilder, die im Laufe des Workshops entstanden sind, dürfen die Kinder nun in kleinen Gruppen gestalten. Zur Verfügung stehen dafür unterschiedlichste Materialien, die sich interessant anfühlen wie Kork, Leder, Moosgummi, Strukturpapiere aber auch Sand, Watte, Holz, Stoffe oder Federn. „Es ist erstaunlich, wie motiviert und kreativ sich die Kinder einbringen und wie vielfältig ihre kleinen Kunstwerke werden,“ berichten die Kunstvermittlerinnen Tamara Hoyer M.A., Katharina Lidl M.A. und Margarete Seydel M.A., die die Workshops jeweils im Tandem leiten. Bei den bisherigen Workshops entstanden unter anderem Schafe mit flauschigem Fell auf einer Wiese, dreidimensionale Bilder mit wilden Papierbächen, aber auch ein reines Raschel- und Fühl-Bild. Ein Junge hat die Anregung sogar mit nach Hause genommen und ein Modell des Gemäldes gebaut.
Der Erfolg des Workshops bei den Kindern zeigt, wie bereichernd die Auseinandersetzung mit Kunst und mit verschiedenen Sinnen auch außerhalb des Sehens sein kann. Und ganz nebenbei macht der Workshop Lust, sich das Gemälde „in echt“ im Museum anzuschauen.
Das Angebot des Medienzentrum Regensburger Land ist auf der Website www.medienzentrum-regensburger-land.de/kurse/kurse/ zu finden. Die Programme können unter Tel. 0941 4009-558 bzw. per E-Mail an medienzentrum@landratsamt-regensburg.de gebucht werden.
PRESSEBILDER
Das Bildmaterial darf ausschließlich für die Berichterstattung über den Workshop „Kunst fühlen, hören, riechen“ genutzt werden. die Pressebilder stehen kostenfrei zur Verfügung. Die Bildunterschrift soll komplett dargestellt werden.


