Ausblick

Revolution, Installation von Krištof Kintera aus dem Jahr 2005

Grenzen in der Kunst – Tschechische Kunst in drei Generationen

21. Mai bis 15. August 2021

Grenzen ziehen und Entgrenzen, Verschließen und Öffnen als vielschichtige gesellschaftliche Erscheinung sind die Themen dieser Ausstellung. Sie widmet sich Künstlerinnen und Künstlern, deren Biografie und künstlerische Entwicklung durch die politischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei bzw. in Tschechien und die Überwindung von Grenzen einen Bruch erfahren hat oder anders geprägt wurde.

Die älteste Generation repräsentiert Marie Čermínová/Toyen (Prag 1902–1980 Paris). Ihre surrealistischen Werke, in Paris und Prag entstanden, spiegeln die Existenzängste der Kriegsjahre, vor allem während des Zweiten Weltkrieges. Aus dem Klima der politischen Unterdrückung der 1970er/1980er Jahre heraus schafft Magdalena Jetelová Kunst, die diese Unfreiheit thematisiert und vor totalitären Regimen warnt. Schließlich bricht sie aus und emigriert 1985 nach Deutschland. Seither widmet sie sich zunehmend globaleren Problemen, doch das Thema Grenze bleibt eine Konstante. Krištof Kintera (*1973 Prag) hingegen arbeitet heute in Prag, stellt international aus und reagiert in seinen Arbeiten auf die gegenwärtige politische Situation in Tschechien.

Konzipiert wurde die Ausstellung vor dem Hintergrund des Projektes „Grenzen in nationalen und transnationalen Erinnerungskulturen zwischen Tschechien und Bayern“. FachvertreterInnen aus der Sprach-, Literatur- und Geschichtswissenschaft beleuchten die Grenze bzw. die Grenzen nicht nur als territoriales sondern auch als kulturwissenschaftliches Phänomen. Der interdisziplinäre Forschungsverbund wird von den Universitäten Regensburg und Passau, der Karlsuniversität Prag, der UJEP Ústí n. L. und dem Adalbert Stifter Verein getragen.

Foto: Archiv Krištof Kintera, Revolution, 2005

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