Historische Orte

Ansicht vom Rathause zu Breslau, Gemälde von Eduard Gaertner aus dem Jahr 1847
Eduard Gaertner, Ansicht vom Rathause zu Breslau, 1847


Spuren der Geschichte im Namen einer Stadt

Breslau, Prag, Königsberg, Czernowitz – die deutschen Namen stammen von früheren deutschen Bewohnern dieser Städte, die hier zusammen mit anderen Nationen lebten. Heute liegen Wrocław, Prag, Kaliningrad und Tscherniwzi in Polen, Tschechien, Russland und der Ukraine. Die Deutschen haben Spuren hinterlassen an den Orten, wo sie lebten und wirkten.
 

Gemälde als Zeitzeugen

1847 malte Eduard Gaertner den Marktplatz von Breslau. Inmitten des sogenannten Rings türmt sich stolz das geräumige Rathausgebäude. Der damals schon berühmte Architektur- und Städtemaler erfasste es mit all seinen Details – den verzierten spätgotischen Giebeln und Erkern, dem Turm mit gusseisernem Geländer und sogar mit der Rathausuhr. Vieles findet der heutige Besucher von Wrocław genauso vor. Lediglich der weiße Putz der Fassade verschwand, sodass die dekorative Struktur der Backsteine zu sehen ist. Ein Wunder, dass das Gebäude noch steht, denn nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lagen auf dem Hauptplatz 90 Prozent der Bauten in Schutt und Asche. Als letzte Festung der Nationalsozialisten sollte Breslau um jeden Preis gegen die sowjetische Armee verteidigt werden. Zerstörung, Flucht und Vertreibung waren die Folgen. Die damaligen deutschen Bürger, deren Vorfahren hier seit dem Mittelalter gelebt haben, mussten Breslau verlassen. Polnische Bewohner, ein Großteil davon Aussiedler aus den von der Sowjetunion besetzten Gebieten Ostpolens, fanden hier ihre neue Heimat.

Ludwig KohlEduard Gaertner

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