Grenzen in der Kunst

TSCHECHISCHE KUNST IN DREI GENERATIONEN

21. Mai bis 15. August 2021

Kunst kennt keine Grenzen – so heißt es zumindest oft. In der kommenden Ausstellung geht es um das Thema „Grenzen in der Kunst“. Wie reagieren Kunstschaffende auf politische Ereignisse und auf mögliche Beschränkungen? Welche Einflüsse verarbeiten sie und welche Bildsprache entwickeln sie?

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen drei herausragende Künstlerpositionen, die drei Generationen tschechischer Kunst seit den 1920er Jahren bis heute repräsentieren: die Malerin und Grafikerin Toyen sowie die beiden Konzeptkünstler Magdalena Jetelová und Krištof Kintera.

„Grenzen“ in der tschechischen Geschichte

Die Geschichte der Tschechoslowakei bzw. Tschechiens prägten in den vergangenen 100 Jahren historische Ereignisse, die mit Veränderungen von geografischen, gesellschaftlichen und politischen Grenzen einhergingen. Mit der Gründung der Tschechoslowakei nach dem Ersten Weltkrieg wurden Grenzen neu definiert. Bei der Besetzung durch die Nationalsozialisten knapp vor dem Beginn sowie während des Zweiten Weltkrieges kam es zum gewaltsamen Überschreiten der Grenzen. Nach dem Machtantritt der Kommunisten verfestigten sich schließlich die Grenzen im Eisernen Vorhang. 1989 fielen mit dieser Barriere jahrzehntelange Freiheitseinschränkungen.

Kunst in drei Generationen

Der Bogen der ausgestellten Werke spannt sich von den 1920er-Jahren bis 2019. Die erste Generation vertritt Toyen (1902–1980). Die Künstlerin Marie Čermínová, die für sich Toyen als geschlechtsneutrale Pseudonym wählte, entwickelte ihre poetisch-abstrakte Bildsprache zwischen Prag und Paris. Nach Paris zog sie zum ersten Mal 1925 zusammen mit Jindřich Štyrský (1899–1942). Hier entwickelten die beiden Künstler eine eigenständige Stilrichtung, den Artifizialismus. Zurück in Prag wirkten sie in den 1930er Jahren bei der Gründung der surrealistischen Bewegung in der damaligen Tschechoslowakei mit. Kurz vor der Machtübernahme durch die Kommunisten flüchtete Toyen Ende der 1940er Jahre zurück nach Paris.

Magdalena Jetelová (*1946) konzipiert aus dem Klima der politischen Unterdrückung der 1970er und 1980er Jahre heraus bis heute Werke, die diese Unfreiheit thematisieren und vor totalitären Regimen warnen. 1985 emigrierte sie aus der Tschechoslowakei nach Deutschland. Seither widmet sie sich zunehmend universellen Themen, wobei das Phänomen der Grenze eine zentrale inhaltliche Konstante ihres Schaffens bleibt.

Krištof Kinteras (*1973) Schaffen entsteht in der Zeit nach 1989, die eine Öffnung Richtung Westen brachte. Sein Material schöpft der Künstler aus Alltagsgegenständen. Er isoliert sie und führt sie in einem neuen Kontext wieder zusammen, mitunter belebt er sie mit Ton und Bewegung. Hinter der vordergründigen Leichtigkeit und dem Humor seiner Werke verbergen sich kritische Hinweise auf schwerwiegende Probleme der globalisierten Gesellschaft, aber auch der schlichte Wunsch nach einer besseren Welt.

Ausstellungsidee und Konzept

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie entwickelte Idee und Konzept der Ausstellung, indem eine Anregung des Forschungsverbunds „Grenze/n in nationalen und transnationalen Erinnerungskulturen zwischen Tschechien und Bayern“ aufgegriffen wurde. Der interdisziplinäre Forschungsverbund wird von den Universitäten Regensburg und Passau, der Karls-Universität Prag, der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem und dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein getragen. Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog, herausgegeben von Marek Nekula und Agnes Tieze mit Beiträgen der beiden Herausgeber sowie von Miroslav Petříček, Jindřich Toman und Otto Urban.

Die Ausstellung „Grenzen in der Kunst – Tschechische Kunst in drei Generationen“ ist für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 15. August 2021 geplant.

 

Die Ausstellung wurde großzügig unterstützt durch

Die Beauftragtn der Bundesregierung für Kultur und Medien

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Stadt Regensburg

Sparkasse Regensburg

REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG

Herzlicher Dank gebührt auch unserem Kulturpartner BR2

 

Der Katalog wurde großzügig unterstützt von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur / Česko-bavorská vysokoškolská agentura

Mit freundlicher Unterstützung von