Rudolf Levy (1875–1944) erlebte den Glanz und das Verhängnis seiner Zeit mit. Als Künstler war er an den einschlägigen Orten anzutreffen, wo sich die moderne Kunst formierte. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts verkehrte er im Pariser Café du Dôme, jenem legendären Etablissement, in dem Künstlerinnen und Künstler wie Henri Matisse, Hans Purrmann, Marg und Oskar Moll sowie Pablo Picasso ein und aus gingen. Die Zeit der Goldenen Zwanziger verbrachte Levy in Berlin und feierte mit Ausstellungen in der renommierten Galerie Flechtheim große Erfolge. Zu seinem Freundeskreis zählten das schillernde Geschwisterpaar Erika und Klaus Mann, die Bildhauerin Renée Sintenis und Max Pechstein. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten führte, wie bei vielen anderen verfolgten Künstlerinnen und Künstlern, auch bei Levy zu einem jähen Karriereende. Als Jude wurde er verfolgt und mit der Bezeichnung „entarteter“ Künstler diffamiert. Nach einer Flucht quer durch Europa und die USA konnte er sich schließlich in Florenz niederlassen. Dort erlebte sein Schaffen einen letzten eindrucksvollen Höhepunkt. Ende 1943 wurde er schließlich in Florenz von der Gestapo verhaftet, deportiert und verstarb infolgedessen im Februar 1944.
An Rudolf Levys 150. Geburtstag ehren wichtige deutsche Museen den Künstler mit einer gemeinsamen Social-Media-Kampagne. Über Online-Plattformen veröffentlichen sie erstmals einen Kurzfilm, der Leben und Werk von Rudolf Levy einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt. Der Film ist unter Leitung von Sören Fischer und Philip Nicolai im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern speziell für diesen Anlass entstanden. Großzügig gefördert hat die Filmproduktion die Firma Scheid Gewürze, Überherrn. Mit der Aktion möchten die Museen die Erinnerung an Rudolf Levy und die vielen anderen Verfolgten und Ermordeten während der NS-Diktatur mahnend wachhalten.
Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie schließt sich der Initiative des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern an und bietet an Levys Jubiläumstag, Dienstag, 15. Juli um 13 Uhr eine Mittagsführung mit Provenienzforscherin Natascha Mazur M.A. an. Die spezialisierte Kunsthistorikerin führt die Lebensgeschichte des Künstlers vor Augen und bettet in diesen Kontext die Entstehungs- und Herkunftshintergründe seiner Werke in der Sammlung des Museums ein. Die Kurzführung ist kostenfrei, der Museumseintritt beträgt 6 Euro und 4 Euro ermäßigt. Eine Platzreservierung wird empfohlen unter 0941 29714 20 oder über die Website unter www.kunstforum.net.
Beteiligte Museen: Museum Kunst der Verlorenen Generation, Salzburg; Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale); Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Leopold-Hoesch-Museum, Düren; Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg; Lehmbruck-Museum, Duisburg; Buchheim Museum der Phantasie, Bernried; Städtische Kunstsammlung Gelsenkirchen/Kunstmuseum Gelsenkirchen; Hessisches Landesmuseum Darmstadt; Saarlandmuseum, Saarbrücken; Städtisches Museum Braunschweig; Technische Universität Braunschweig; Städel Museum, Frankfurt a. M.; Kunsthalle Mannheim; Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Lindenau-Museum, Altenburg; Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen; Museum Wiesbaden; Landesmuseum Mainz; Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern.
Pressebild
Das Bildmaterial darf ausschließlich im Rahmen der aktuellen Berichterstattung über die Führung zum 150. Geburtstag Rudolf Levys im Kunstforum Ostdeutsche Galerie am 15. Juli 2025 genutzt werden. Die Bildunterschrift soll komplett dargestellt werden inkl. Copyrightvermerk. Die Nutzung der Abbildungen für Social Media ist ohne Genehmigung nicht zulässig und zudem grundsätzlich kostenpflichtig.
