Ins Jahr 2026 startete das Kunstforum Ostdeutsche Galerie mit der gut besuchten Ausstellung „Lovis Corinth – Bildrausch“. Die zahlreichen Gäste nutzten die einmalige Gelegenheit, Zeichnungen aus Skizzenbüchern des Künstlers zusammen mit seinen Gemälden zu sehen und so den Entstehungsprozess von Corinths Werken mitzuverfolgen. Während der Laufzeit ist ein besonderer Coup geglückt: Eine der fehlenden Seiten aus dem Skizzenbuch X konnte aus dem Kunsthandel angekauft und in die Präsentation eingefügt werden.
Der nach Lovis Corinth benannte Kunstpreis, den das KOG im Zweijahresrhythmus auslobt, geht 2026 an Gert und Uwe Tobias. Die Brüder entwickelten die Technik des Holzschnitts weiter, so dass sie große Flächen mit Farbe bedrucken können. Zeichnung, Collage und dreidimensionale Objekte erweitern das Repertoire. In ihren Werken lassen sie Fantasiewelten entstehen, bevölkert von grotesken Wesen, deren Ursprünge bisweilen auf die Folklore ihrer siebenbürgischen Heimat zurückgehen. Wie auch andernorts hat sich das Künstlerduo von den Räumlichkeiten des Museums inspirieren lassen und planen ein maßgeschneidertes Konzept für die Präsentation. Die Ausstellung eröffnet am 8. Mai und wird über die REWAG-Nächte in Blau am Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August, bis zum 27. September zu sehen sein.
Seit zwanzig Jahren prägt die Installation von Magdalena Jetelová die Fassade des KOG. Die charakteristischen kippenden Säulen sind von dem Museum nicht mehr wegzudenken und haben auch in das Logo Eingang gefunden. Aufgestellt wurden sie 2006, als die Künstlerin den Lovis-Corinth-Preis erhielt. Zunächst nur für die Laufzeit der damaligen Ausstellung ausgelegt, musste der auf eine Holzunterkonstruktion aufgezogene Teppich über die Jahre immer wieder ersetzt werden. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums und zum 80. Geburtstag von Magdalena Jetelová soll das Kunstwerk nun in enger Abstimmung mit der Künstlerin auf nachhaltige Weise erneuert werden.
Ein neues Gesicht wird nach und nach auch der öffentliche Auftritt des KOG bekommen. Ab Januar 2026 konnte nach einer einjährigen Vakanz die Stelle für Grafikgestaltung wieder besetzt werden. Die Mediengestalterin und Kommunikationsdesignerin Stefanie Heske B.A. arbeitet bereits an ersten Entwürfen. Mit dem neuen Verwaltungsleiter Markus Schmid wird ab Mai das Museums-Team wieder komplett sein. Verabschieden muss sich das KOG nach über sieben Jahren von der Provenienzforscherin Natascha Mazur M.A. Das befristete Projekt, das die Untersuchung der Herkunftsgeschichte von Kunstwerken aus der Sammlung des Museums ermöglichte, wird Mitte Februar 2026 abgeschlossen.
Die Bauarbeiten am Grafiktrakt des Museums nähern sich dem Ende. Die Außenfassaden und der Eingang sind bereits fertig, die Arbeiten im Innenbereich sollen noch 2026 erledigt werden. Wenn der Anschluss zum Hauptgebäude wiederhergestellt ist, kann auch das Grafikmagazin in den sanierten Bau zurückkehren. Zusammen mit dem Ausstellungssaal im Grafiktrakt wird so Mitte 2027 nach sechs Jahren auch das Hauptgebäude auf voller Ausstellungsfläche wieder zugänglich sein. Die Neueröffnung feiert das KOG mit einer umgestalteten Dauerausstellung. „Die Neukonzeption wird einen Dialog über Stilepochen hinaus ermöglichen, Werke inszenieren, die bislang kaum gezeigt werden konnten, und zugleich die Highlights der Sammlung in neue Zusammenhänge setzen,“ beschreibt Direktorin Dr. Agnes Tieze. Geplant ist auch ein begleitender Katalog.
Neben Vermittlungsformaten für verschiedene Zielgruppen im Museum kann das KOG 2026 dank einer Kooperation mit dem Landkreis Regensburg, Medienzentrum Regensburger Land, seinen Radius erweitern. Im Rahmen des Programms „Denkfabrik DIGTAL JUNIOR on Tour“ besucht ein Vermittlerinnen-Team Grundschulen im Landkreis mit dem Workshop „Kunst fühlen, riechen und hören“. Die Museumspädagoginnen schöpfen aus Erfahrungen, die sie im Laufe mehrerer vorangegangener Projekte für Menschen mit Sehbeeinträchtigung am KOG gesammelt haben. Zuletzt arbeitete das Museum im vergangenen Jahr erfolgreich mit dem Blindeninstitut in Regensburg zusammen.
Anlässlich der Langen Nacht der Museen am 10. Oktober 2026 wird das KOG mit einem ansprechenden Programm seine Pforten öffnen.
Noch bis zum 31. Januar 2026 präsentiert das KOG in Zusammenarbeit mit dem Donau-Einkaufszentrum und den Freunden und Förderern des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg e.V. die Ausstellung „Die Sammlung Weidinger“. Der ehemalige Regierungspräsident Dr. Wilhelm Weidinger und seine Frau Uta Weidinger haben eine Vielzahl von Kunstwerken von Künstlerinnen und Künstlern aus Regensburg und dem nahen Umkreis zusammengetragen. Die Ausstellung auf der großen Ausstellungsfläche im DEZ stellt erstmals eine Auswahl dieser Gemälde, Grafiken und Objekte der Öffentlichkeit vor.
Ausstellung: Gert & Uwe Tobias. Lovis-Corinth-Preis 2026
9. Mai bis 27. September 2026
Die Brüder Gert und Uwe Tobias (geb. 1973 in Brașov, Rumänien) sind bedeutende Vertreter einer jüngeren Künstlergeneration mit Wurzeln im östlichen Europa. Bekanntheit erlangte das Künstlerduo insbesondere mit großformatigen Farbholzschnitten: Anders als es bei dieser jahrhundertealten Technik zu erwarten wäre, schneiden die beiden ihre Bilder nicht etwa in den Druckstock, sondern zersägen die Holzplatte in Einzelteile. Aus diesen Elementen fügen sie dann das jeweilige Motiv zusammen. Ihre unverwechselbaren Bildwelten voller rätselhafter Figuren und surrealer Formen zeichnen sich durch eine klare, plakative Ästhetik aus. Auch aufgrund ihrer Dimensionen entfalten die Arbeiten ihre eindringliche Wirkung. Eingefügte Bildelemente verstärken das Gefühl des Unwirklichen in ihren Collagen zusätzlich. In Form von Objekten aus Keramik dringen die fantasievollen Wesen zudem aus der Fläche in die Dreidimensionalität. Ihre sogenannten Schreibmaschinenzeichnungen erstellen Gert und Uwe Tobias mithilfe altertümlicher Büromaschinen. Deren unterschiedliche Schriftzeichen setzen sie ein, um flächige Effekte zu erzielen, aus denen schließlich Kompositionen entstehen. Die Anregung für ihre Motive finden die Brüder nicht nur im Bilder- und Formenschatz der Kunstgeschichte, sondern immer wieder auch in der Volkskunst und den Mythen ihrer siebenbürgischen Heimat.
Als Träger des Lovis-Corinth-Preises 2026 konzipieren Gert und Uwe Tobias in Abstimmung mit dem Kurator Dr. Sebastian Schmidt für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie eine Ausstellung, die in den Sommermonaten zu sehen sein wird. Die dafür ausgewählten Werke spiegeln die motivische und technische Vielfalt im Schaffen des Duos wider. Ältere und neuere Arbeiten hängen thematisch vereint nebeneinander. Darüber hinaus gestalten die Preisträger das Foyer des Museums künstlerisch und verwandeln es für die Dauer der Regensburger Ausstellung in ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.
Der im Zweijahresrhythmus verliehene Preis würdigt das international bedeutende Gesamtwerk eines Künstlers oder einer Künstlerin, das einen relevanten Beitrag zur Entwicklung zeitgenössischer Ausdrucksformen leistet. Ausgezeichnet werden bildende Künstlerinnen und Künstler, deren Schaffen im Bereich Malerei, Grafik, Plastik/Skulptur, Installation, Performance, Fotografie und Neue Medien einen inhaltlichen oder biografischen Bezug zum östlichen Europa aufweist. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden von den Mitgliedern einer Fachjury nominiert. In der fünfköpfigen Jury ist das KOG mit zwei Personen vertreten, diesmal Dr. Agnes Tieze und Dr. Sebastian Schmidt. Die KünstlerGilde e.V., als Begründer des Preises im Jahr 1974, repräsentiert der Künstler Hansjürgen Gartner. Hinzu kommen zwei externe Jurymitglieder. Diese sind aktuell Univ. Prof. Mag. Eva Maria Stadler, Professorin für Kunst und Wissenstransfer, Universität für angewandte Kunst in Wien, und Adam Budak, Direktor des MOCAK (Museum für Gegenwartskunst) in Krakau. Mit der Verleihung ist traditionell eine Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie verbunden.
Provenienzforschung: Projektabschluss
Über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren konnte am Kunstforum Ostdeutsche Galerie dank aufeinanderfolgender Drittmittelprojekte eine Stelle für Provenienzforschung finanziert werden. Die spezialisierte Kunsthistorikerin Natascha Mazur M.A. untersuchte in dieser Zeit priorisierte Werkbestände mit Provenienzlücken in den Jahren 1933 bis 1945. Ziel ihrer Arbeit war es, wechselnde Eigentumsverhältnisse zu rekonstruieren, um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu identifizieren oder einen solchen Entzug auszuschließen.
Das erste Projekt legte den Fokus auf den stiftungseigenen Gemäldebestand sowie die Werke, die von den Freunden und Förderern des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg e.V. für das Museum angekauft worden sind. Gefördert wurde es vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Während der Laufzeit zwischen Dezember 2018 und November 2020 bearbeitete Mazur insgesamt 146 Kunstwerke. Zwei der Gemälde stufte sie als bedenklich ein, was der Kategorie „Orange“ der so genannten Provenienzampel entspricht. Beide Werke wurden daher in der Lost Art-Datenbank registriert. Diese sammelt Daten zu während der NS-Zeit verlagerten, entzogenen oder verschollenen Kulturgütern, um die Suche nach den rechtmäßigen Eigentümern zu unterstützen.
Von Dezember 2020 und Februar 2026 finanzierte das Kulturstaatsministerium die Prüfung der Leihgaben der Bundesrepublik Deutschland in der Sammlung des KOG. Von der Gesamtmenge konnte Natascha Mazur 217 Kunstwerke erforschen. Die untersuchten Gemälde und grafischen Arbeiten wurden den Kategorien „Grün“ – einwandfreie Provenienz – und „Gelb“ – Provenienz trotz intensiver Recherche lückenhaft – zugeordnet. Solche nicht abgeschlossenen Fälle spiegeln den aktuellen Forschungsstand wider und verweisen zugleich auf die Grenzen der derzeitigen Quellenlage. Provenienzforschung ist als fortlaufender Prozess zu verstehen, der mit neuen Erkenntnissen jederzeit weitergeführt werden kann.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellt Natascha Mazur im Rahmen ihrer letzten Führung am 29. Januar 2026 um 18.30 Uhr an ausgewählten Kunstwerken in der Dauerausstellung des Museums vor. Darüber hinaus sind ihre Forschungsergebnisse in ihrem Beitrag zur Provenienz der Werke von Lovis Corinth im Katalog zur Ausstellung „Lovis Corinth – Bildrausch“ dokumentiert. Eine weitere Publikation mit ausgewählten Beispielen aus der Provenienzforschung erscheint 2026.
Baumaßnahme am Grafiktrakt: Fortschreiten und Abschluss
Nachdem die Außenfassade des Grafiktrakts des Museums fertiggestellt ist, werden die Bauarbeiten im Innenbereich fortgesetzt. So werden Elektrik und Heizung-Lüftung-Sanitär installiert, Anfang Februar folgt der Einbau der Licht- und Trockenbaudecke im großen Saal. Bis Ende des Jahres sollten, sofern alle beauftragten Firmen den Zeitplan einhalten können, alle Maßnahmen abgeschlossen sein. Danach kann die Anbindung an die Kunsthalle erstmals barrierefrei wiederhergestellt werden und das ausgelagerte Grafikmagazin kehrt an den ursprünglichen Aufbewahrungsort zurück. Das gesamte Museum einschließlich Grafiktrakt wird Mitte 2027 wieder öffentlich zugänglich sein. Nach der Sanierung wird der Anbau den neuesten technisch-klimatischen Anforderungen für die Aufbewahrung von Kunstwerken entsprechen und kann als vollwertige Ausstellungsfläche genutzt werden.
Die Baumaßnahme konnte dank der genehmigten Mehrkosten von 2.350.000,00 Euro mit einem Gesamtbudget von 8.450.000,00 Euro umgesetzt werden. Die Kosten tragen anteilig die Fördergeber: 50% Bund 4.225.000,00 Euro, 30% Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales 2.535.000,00 Euro, 20% Stadt Regensburg 1.690.000,00 Euro.
Das KOG dankt seinen Zuwendungsgebern – allen voran dem Bund bzw. bis Ende 2025 der Beauftragten bzw. dem Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland sowie dem Freistaat Bayern und der Stadt Regensburg. Gemäß Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 6. Mai 2025 wurde die Kulturförderung nach § 96 Bundesvertriebenengesetz aus dem Geschäftsbereich vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in die Zuständigkeit des Bundesministeriums des Inneren übertragen. Seit 1. Januar 2026 ist die Umstrukturierung auf Ministeriumsebene abgeschlossen und das Museum wird wie schon seit den Anfangsjahren der Ostdeutschen Galerie durch das BMI betreut.
Das KOG bedankt sich bei allen, die das Museum im Jahr 2025 und 2026 unterstützen, finanzieren und fördern:
- Die/der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (bis 2025)
- Das Bundesministerium des Inneren (ab 2026)
- Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
- Stadt Regensburg
- REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG
- Sparkasse Regensburg
- Kulturfonds Bayern
- Ernst von Siemens Kunststiftung
- Donau-Einkaufszentrum GmbH
- Jepsen Betriebs GmbH & Co. KG
- Krones AG
- Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
- Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg e.V.
- Hotel Jakob Regensburg DownTown, BW Signature Collection
- Leibniz Institut für Ost- und Südosteuropaforschung
- Projekt Provenienzforschung: die/der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
- private Förderer, die nicht genannt werden möchten
Herzlicher Dank gebührt dem Kulturpartner BR 2 sowie allen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern.
PRESSEBILDER
Alle Bilder stehen im Rahmen der Berichterstattung über die Ausstellungen und Aktivitäten des Kunstforums Ostdeutsche Galerie zur Verfügung. Bitte geben Sie Urheber sowie die weiteren bereitgestellten Quellenangaben und Copyrightvermerke vollständig an. Die Kunstwerke müssen vollständig, also nicht beschnitten, und unverändert abzubilden.
Über die gebührenfreie Verwendung der Abbildungen bei Künstlerinnen und Künstlern, die bei VG Bild-Kunst registriert sind, informieren Sie sich bitte unter: http://www.bildkunst.de/vg-bild-kunst/tarife.html bzw. unter info@bildkunst.de. Grundsätzlich gilt, dass Werkabbildungen für Zwecke der Berichterstattung über tagesaktuelles Geschehen kostenfrei freigegeben sind. Ebenso können sie während der Laufzeit der Ausstellung, in der die Werke gezeigt werden, sowie drei Monate vor Beginn und sechs Wochen nach Ausstellungsende kostenfrei genutzt werden. Für die Berichterstattung über das Jahresprogramm kann das Bildmaterial ebenfalls kostenlos verwendet werden. Eine wiederholte Nutzung sollte jedoch gemeldet werden, wenn diese noch außerhalb des oben genannten zeitlichen Rahmens liegt. Die Kunstwerke müssen vollständig, also nicht beschnitten und unverändert abgebildet werden. Die Bildunterschrift soll komplett dargestellt werden inkl. Copyrightvermerk der VG Bild-Kunst. Die Nutzung der Abbildungen für Social Media ist ohne Genehmigung nicht zulässig und zudem grundsätzlich kostenpflichtig.





