Noch bis zum 18. Januar gibt es die einzigartige Gelegenheit, Lovis Corinths Skizzenbücher in der Ausstellung „Lovis Corinth – Bildrausch“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie zu bewundern. Danach kehren die lichtempfindlichen Kunstwerke ins Depot der Grafischen Sammlung zurück und werden, entsprechend den konservatorischen Vorgaben, eine Zeit lang nicht mehr ausgestellt. Mit den zwölf Skizzenbüchern und einem Skizzenalbum vereint das KOG einen in der deutschen Museumslandschaft einmaligen Bestand. Besonders hervorzuheben sind zwei sehr persönliche Stücke: ein Album, in das Corinth ausgewählte frühe Zeichnungen einklebte, und das so genannte „Walchensee-Skizzenbuch“. Das Album erstellte der Künstler als Erinnerung an seine Jugend, seine Studienzeit im ostpreußischen Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) und seinen Vater, dem er sich sehr verbunden fühlte. In der Familie wurde das Album als „Heiligtum“ weitergereicht, bis es schließlich die Tochter des Künstlers, Wilhelmine, dem Museum verkaufte. Mit Wilhelmine ist auch das „Walchensee-Skizzenbuch“ eng verbunden. Das Heft hatte sie in der Schule eigenhändig gebunden und ihrem Vater zu Weihnachten 1922 geschenkt. Der Künstler füllte es noch in denselben Winterferien, die die Familie in ihrem Haus am Walchensee verbrachte, mit spontanen Zeichnungen: Seine Frau Charlotte, Wilhelmine und ihren Bruder Thomas, Freunde und die vielen Haustiere – Corinth hielt sie alle fest, spielend, lesend, ruhend, während die Welt draußen in tiefem Schnee lag. Die beiden Zeichen-Bücher markieren den Anfang von Corinths Karriere in den 1870er Jahren und deren Höhepunkt, als er in den frühen 1920er Jahren mit seinen berühmten Walchenseelandschaften große Erfolge feierte.
Die Ausstellung zeigt an verschiedenen Motiven und Themen Corinths künstlerischen Schaffensprozess auf. Erstmals werden den Zeichnungen aus den Skizzenbüchern die zugehörigen Gemälde gegenübergestellt. Neben Werken aus dem eigenen Bestand des KOG werden zahlreiche prominente Leihgaben präsentiert. So lässt sich mitreißend nachverfolgen, welche Schritte Corinth von den ersten zeichnerischen Entwürfen bis hin zur Fertigstellung eines Gemäldes gegangen ist. Auch die Medienstationen in der Ausstellung dokumentieren diese Prozesse und liefern zudem vertiefende Informationen zu Maltechnik und Provenienz. Die Skizzenbücher sind komplett digital erfasst und können individuell durchgeblättert werden. Sämtliche neuen Forschungsergebnisse, die am KOG im Zuge des Ausstellungsprojekts erarbeitet wurden, lassen sich im Ausstellungskatalog und im Bestandskatalog der Skizzenbücher nachlesen.
In den letzten Wochen der Laufzeit bieten mehrere Führungen interessante Hintergrundinformationen. Am Freitag, 2. Januar um 15 Uhr, stellt Dr. Sebastian Schmidt, die späten Skizzenbücher Corinths vor. Eine spezielle Mitmachführung für Groß und Klein hat das Vermittlerinnenteam für Dienstag, 6. Januar, 11 Uhr, vorbereitet. Denn in der Ausstellung gibt es auch für Kinder Einiges zu entdecken. Zwischendurch eifern sie dem Künstler zeichnend ein wenig nach. Kostenlose Kurzführungen des Kuratoren-Teams gibt es zur Finissage am Samstag, 17. Januar, ab 17 Uhr. Restauratorin Christiane Adolf M.A. berichtet über ihre Erkenntnisse zu Corinths Maltechnik. An der Bar im Foyer kann man sich mit Getränken versorgen. Platzreservierung für alle Führungen wird empfohlen unter www.kunstforum.net oder unter 0941 29 714 20.
Pressebilder
Das Bildmaterial darf ausschließlich im Rahmen der Berichterstattung über die Ausstellung „Lovis Corinth – Bildrausch“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie verwendet werden. Die Nutzung ist kostenlos. Die Bildunterschriften bitten wir nach Möglichkeit komplett darzustellen. Die Nutzung der Abbildungen für Social Media ist ohne Genehmigung nicht zulässig.

