In der Ausstellung zur Verleihung des Lovis-Corinth-Preises 2026 stellen die Künstler Gert & Uwe Tobias das Wesen ihrer Kunst vor. Ihr eigenes Präsentationskonzept für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie setzten die Brüder in enger Zusammenarbeit mit dem Kurator Dr. Sebastian Schmidt und gemeinsam mit dem Museums-Team um.
Bereits beim Betreten des Foyers findet man sich inmitten der kreativen Bildwelt des Künstlerduos: Drei rote Zackenkreise vor blauem Wolkenhimmel leuchten einem von einer großen Leinwand entgegen. Den Farbholzschnitt erstellten Gert & Uwe Tobias eigens für die Regensburger Ausstellung. Auch die Wandmalereien, die aus den Raumecken herauszuwachsen scheinen, gehören zu ihrer Gestaltung. Beim näheren Hinsehen entpuppen sich die schwarzen Ornamente als fratzenhafte Gesichter, aber auch Tiere oder Pflanzenteile. Viele der Motive begegnen den Besucherinnen und Besuchern während des Ausstellungsrundgangs wieder.
Die 140 Werke, die die beiden Künstler für die Schau im KOG ausgesucht haben, veranschaulichen ihren Ideenreichtum sowie die Vielfalt der verwendeten künstlerischen Techniken. Im ersten Ausstellungssaal führen Gert & Uwe Tobias die Wurzeln ihrer Kunst vor Augen, indem sie Arbeiten aus ihrem Atelier ausbreiten: Hier nimmt ein Farbfleck Gestalt an, dort finden zwei Teile aus unterschiedlichen Abbildungen zusammen und verwandeln sich in ein Fantasiewesen. Auf kleineren und größeren Flächen vereint sich Gemaltes, Gedrucktes und Gezeichnetes, durchaus auch Reste und Ausgeschnittenes aus Reproduktionen – darunter Volkstümliches sowie Meisterwerke der Kunstgeschichte – zu einem neuen Ganzen. Die Collage bedeutet für Gert und Uwe Tobias mehr als eine Technik. Sie ist das Prinzip ihrer Kunst. Jeder der beiden arbeitet zwar für sich selbst, doch sie inspirieren einander, greifen mitunter Motive des anderen auf und entwickeln so ihren Bildkosmos gemeinsam weiter.
Die Werke der beiden Künstler bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion einerseits und Gegenständlichkeit andererseits. Die beiden Pole vertiefen einzelne Räume der Ausstellung: Geometrische Formen bestimmen die Holzschnitte und Reliefcollagen im zweiten Ausstellungssaal. Insbesondere interessiert Gert & Uwe Tobias die visuelle Wirkung von Buchstaben. Den Höhepunkt dieses Spiels mit den Buchstabenformen stellen ihre Schreibmaschinenzeichnungen dar. Zu dieser frühen Serie mit dem Titel „come and see before the tourists will do – the mystery of transylvania“ fanden sie in ihrer früheren siebenbürgischen Heimat Anregung. Arbeiten, die vielfach an Porträts oder Stillleben erinnern, stehen am anderen Ende des Spektrums. Figuren, Pflanzliches und Tierisches füllen die Bilder. Ebenso sind die ausgestellten Keramikobjekte oft mit Gesichtern versehen. Trotz der Erkennbarkeit gehört das Rätselhafte, oft verbunden mit Humor, zu den Wesenszügen der Kunst von Gert & Uwe Tobias. Das Finale der Ausstellung erwartet die Besucherinnen und Besucher im Großen Ausstellungssaal. Eine beeindruckende Zusammenschau von Holzschnitten führt alle Fäden, denen man in der Ausstellung folgen kann, zusammen. Die großen Farbdrucke sind die Königsdisziplin der beiden Künstler.
Wie genau der spezielle Farbholzschnitt von Gert & Uwe Tobias funktioniert, welche Themen die beiden Brüder verfolgen und wie sie arbeiten, kann man bei den zahlreichen Führungen erfahren. Neben den sonntäglichen Überblickführungen, lädt das KOG insbesondere zur Kuratorenführung mit Dr. Sebastian Schmidt am Donnerstag, 24. September um 18.30 Uhr, ein. Am Finissage-Abend, Samstag, 26. September, gibt es ab 17 Uhr Kurzführungen durch die Ausstellung. Musik von Jazzymotion rundet das Programm ab. Das Museum ist bei ermäßigtem Eintritt bis 20 Uhr geöffnet
Eine Gelegenheit, sich praktisch mit den verschiedenen künstlerischen Techniken von Gert & Uwe Tobias zu beschäftigen und der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen, bietet die Werkstatt für Groß und Klein am Samstag, 26. September von 13.30 bis 16.30 Uhr. Zum Mitmachen unter dem Motto „Bunt Bedrucktes und Kunst-Collagen“ sind alle ab sechs Jahren eigeladen. Um Anmeldung wird gebeten unter www.kunstforum.net oder 0941 29 714 20.
Wir danken für Unterstützung und Kooperation:
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