In seinem Vortrag am Mittwoch, 16. Juli, lässt Prof. Dr. Martin Aust die polnisch-ukrainische Geschichte Revue passieren, um dann den aktuellen Stand vor dem Hintergrund von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu skizzieren.
Die Geschichte Polens und der Ukraine ist über lange Jahrhunderte eng miteinander verbunden. Die Union zwischen Litauen und Polen führte 1569 dazu, dass ukrainische Länder unter die Herrschaft Polens kamen. 1648 erhoben sich die ukrainischen Kosaken in einem Aufstand gegen die Herrschaft des polnischen Adels. Im 19. und 20. Jahrhundert konkurrierten die polnische und die ukrainische Nation um die Dominanz in Galizien. 1943 tötete die Ukrainische Aufstandsarmee tausende polnische Zivilisten in Wolhynien, um zwischen den Fronten von Wehrmacht und Roter Armee die Voraussetzungen für einen ukrainischen Nationalstaat zu schaffen. Nach 1945 befanden sich Polen und die Ukraine unter sowjetischer Herrschaft und Hegemonie. Die polnische Exilzeitschrift Kultura entwarf in dieser Zeit eine neue polnische Ostpolitik, die auf Aussöhnung mit der Ukraine zielte. Sie wurde zum Programm polnischer Außenpolitik nach 1989/91. Seit der russischen Vollinvasion der Ukraine 2022 gehört Polen zu den Unterstützern der Ukraine. Das ambivalente geschichtliche Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn besitzt jedoch nach wie vor das Potenzial, die Beziehungen zu stören.
Prof. Dr. Martin Aust wirkt seit 2015 als Professor der Geschichte und Kultur Osteuropas an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zuvor hatte er seit 2009 die Professur für Geschichte Osteuropas/Ostmitteleuropas an der LMU München und der Universität Regensburg. inne. Prof. Aust ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen.
Im Rahmen der Vortragsreihe „Perspektiven zu Geschichte und Politik“ weitet Prof. Dr. Martin Aust den Blick über die Ausstellung „Bernhard Heisig und Breslau“ hinaus auf historische sowie aktuelle politische Zusammenhänge. Sein Beitrag ist zugleich Teil des Workshops „Forced Migration and Refugees in Modern Ukraine. War and Post-War Arenas“ des Zentrums für Interdisziplinäre Ukrainestudien „Denkraum Ukraine“ an der Universität Regensburg, gefördert vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA). Die Vortragsreihe „Perspektiven zu Geschichte und Politik“ wird von der Stadt Regensburg und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) unterstützt.
Der Vortrag „Die lange Geschichte polnischer Ostpolitik und der aktuelle Krieg Russlands gegen die Ukraine“ beginnt um 18.30 Uhr. Platzreservierung wird empfohlen unter 0941 29714 20 oder über die Website unter www.kunstforum.net. Die Teilnahme ist kostenlos, der Eintritt ins KOG ist ab 18 Uhr frei.
Vortragsreihe „Perspektiven zu Geschichte und Politik“
im Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Do. 3.7.
18:30 - 19:30 Uhr
Bernhard Heisig und Wrocław
Vortrag von Barbara Ilkosz, 1985–2020 Kustodin Moderne Kunst, Nationalmuseum in Wrocław / Muzeum Narodowe we Wrocławi
Do. 10.7.
18:30 - 19:30 Uhr
Bernhard Heisig und Adolph Menzel. Zwei Hofmaler aus Breslau und ihr Bekenntnis zur historischen Wahrheit
Vortrag von Dr. Eckhart Gillen, Berlin, freischaffender Kunsthistoriker und Co-Kurator der Ausstellung
Mi. 16.7.
18:30 - 19:30 Uhr
Die lange Geschichte polnischer Ostpolitik und der aktuelle Krieg Russlands gegen die Ukraine
Vortrag von Prof. Dr. Martin Aust, Abteilung für Osteuropäische Geschichte, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Do. 24.7.
18:30 - 19:30 Uhr
Zerstörung einer Stadt: Heisigs Breslau
Vortrag von Prof. Dr. Gregor Thum, Department of History, University of Pittsburgh
Die Teilnahme an den Vorträgen ist kostenlos, das KOG ist an den Vortragsabenden ab 18 Uhr eintrittsfrei geöffnet.
Mit Unterstützung der Stadt Regensburg und des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung, IOS
Der Vortrag „Die lange Geschichte polnischer Ostpolitik und der aktuelle Krieg Russlands gegen die Ukraine“ ist Teil des Workshops „Forced Migration and Refugees in Modern Ukraine. War and Post-War Arenas“ des Zentrums für Interdisziplinäre Ukrainestudien „Denkraum Ukraine“ an der Universität Regensburg, gefördert vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA).