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Die aktuelle Kabinettausstellung widmet das Kunstforum Ostdeutsche Galerie einem in vielfacher Hinsicht einzigartigen Kinderbuch. Der tschechisch-jüdische Grafiker und Karikaturist Bedřich Fritta zeichnete es 1944 für seinen dreijährigen Sohn Tommy. Für diesen blieb es die einzige Erinnerung an seine Eltern, die beide der unmenschlichen Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten zu Opfer fielen. Das Buch ist zu einem bewegenden Zeugnis des Holocaust geworden. Aufgrund der Pandemiemaßnahmen kann man die Ausstellung zurzeit nicht besuchen, am 6. Mai um 19 Uhr findet jedoch im Online-Meeting-Raum des Museums ein Expertengespräch mit Prof. Dr. Walter Koschmal statt. Interessierte erfahren hier mehr über das Schicksal des Buches.

„Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt 22.1.1944“ ist auf den ersten Seiten des besagten Kinderbuches zu lesen. Das so genannte „Ghetto Theresienstadt“ diente während dem Zweiten Weltkrieg als Konzentrationslager für Juden aus der Tschechoslowakei aber auch Deutschland und europaweit. Mit seinen freundlichen, heiteren Zeichnungen schuf Bedřich Fritta (1906–1944) für seinen Sohn Tommy einen Gegenentwurf zu dieser harten Realität – eine heile Welt, in die er seine Wünsche und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft hineinlegte. Sein Geschenk bekam Tommy erst fünfzehn Jahre später, nachdem es den Krieg in einem Versteck überdauert hatte.

„Das Buch und seine Geschichte vermag Kindern wie Erwachsenen – wie nur wenige andere Zeugnisse – vor Augen führen, was Theresienstadt, was der Holocaust für die Opfer damals bedeutete und wie das Erlebte ein Leben lang nachwirkt,“ schreibt Prof. Dr. Walter Koschmal in seinem Begleittext zur neuesten Auflage des Buches von 2015. Der Slavist und langjährige Leiter des „Europaeum. Ost-West-Zentrums“ der Universität Regensburg hatte diese erste fachlich kommentierte Ausgabe initiiert und im Verlag Friedrich Pustet herausgegeben.

Am Donnerstag, 6. Mai, um 19 Uhr lädt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie zu einem Expertengespräch mit Prof. Dr. Walter Koschmal ein, das im Online-Meeting-Raum des Museums stattfindet. Die TeilnehmerInnen erfahren über die Entstehungsumstände sowie das weitere Schicksal des Buches und die Geschichte von Bedřich Fritta und seinem Freund und Künstlerkollegen Leo Haas, Tommys späterem Adoptivvater. Thomas Fritta-Haas und seine Kinder konnte Koschmal persönlich kontaktieren und Gespräche über das „Buch des Lebens“ führen, wie der erwachsene Tommy sein einziges Andenken an die Eltern bezeichnete.

Das Expertengespräch findet auf Cisco Webex statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Zugangsdaten erhalten Interessierte nach Anmeldung auf der Website des Museums unter www.kunstforum.net.


PRESSEBILDER
Das Bildmaterial darf nur für die aktuelle Berichterstattung über die Ausstellung „Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt. Bedřich Frittas Vermächtnis für seinen Sohn“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg sowie das Begleitprogramm genutzt werden. Die Bildunterschrift soll möglichst komplett dargestellt werden.

Bedřich Fritta, Titelblatt aus dem Buch Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt, 1943/44

Bedřich Fritta, Titelblatt aus dem Buch Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt, 1943/44, Feder, Tusche, Pinsel, Aquarell, Bleistift, auf Papier, Privatbesitz
Foto: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

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Bedřich Fritta, Illustration aus dem Buch Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt, 1943/44

Bedřich Fritta, Illustration aus dem Buch Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt, 1943/44, Feder, Tusche, Pinsel, Aquarell, Bleistift, auf Papier, Privatbesitz
Foto: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

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Ein Kinderbuch als Zeugnis des Holocaust Expertengespräch mit Prof. Dr. Walter Koschmal

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