Lovis Corinth (1858-1925) gilt als prägender Künstler der deutschen Kunstgeschichte am Übergang von der realistischen Malerei des 19. Jahrhunderts zur Moderne. Sein Schaffen ist insbesondere dank seiner Frau Charlotte Berend-Corinth gut dokumentiert. 30 Jahre lang erstellte sie das über 1.000 Positionen umfassende Werkverzeichnis. Corinths Kinder sorgten dafür, dass er nach seinem Tod mit Ausstellungen bedacht wurde. Wilhelmine Corinth-Klopfer wählte das heutige Kunstforum Ostdeutsche Galerie als Ort aus, an dem sie zwei der persönlichsten Skizzenbücher des Künstlers gut aufbewahrt wusste: ein Album mit Skizzen, die Corinth zur Erinnerung an seine jungen Jahre und seinen Vater vereint hatte, und das „Walchensee-Skizzenbuch“, das er während der Winterferien 1922/1923 mit Motiven aus dem Familienkreis füllte. Zusätzlich erwarb das Museum weitere elf Skizzenbücher. Damit bewahrt es die größte Sammlung an Skizzenbüchern von Lovis Corinth, die beinahe 50 Jahre seines Schaffens dokumentieren.
Im Vorfeld der Ausstellung „Lovis Corinth – Bildrausch“ wurden die Skizzenbücher erstmals rekonstruiert, digitalisiert und ausgewertet. Lose Seiten wurden in die richtige Reihenfolge gebracht und Einzelblätter eingeordnet. Die Skizzenbücher erforschte das Team gemeinsam. Im nächsten Schritt widmeten sich die beteiligten Mitarbeitenden vertiefend ihren Fachbereichen. Die jeweiligen Forschungsergebnisse, die neue Erkenntnisse und Zusammenhänge liefern, stellen sie in der Serie „Lovis Corinth im Blick“ über die gesamte Laufzeit der Ausstellung jeweils donnerstags abends vor.
Wie Corinth von der Skizze zur Malerei gelangte, zu welchen Motiven er immer wieder zurückehrte und was dies zur Folge hatte, erfahren die Besucherinnen und Besucher von Kuratorin Dr. Mona Stocker, Sammlungsleiterin Gemälde/Skulptur. Ihre Führung findet am 13. November und 15. Januar statt. Dr. Sebastian Schmidt, Co-Kurator und Leiter der Grafischen Sammlung, führt in die einzelnen Skizzenbücher ein und zeigt auf, was sie über den Künstler erzählen. Seine beiden Termine am 20. November (Teil I) und am 14. Dezember (Teil II) knüpfen aneinander an. Was maltechnische Untersuchungen über Corinths Malerei verraten, weiß Restauratorin Christiane Adolf M.A. zu berichten. Sie nahm ein frühes und ein spätes Gemälde unter die Lupe, um die Entwicklung festzumachen. Als Grundlage dienten ihr unter anderem Röntgenaufnahmen, erstellt von Professor Ivo Mohrmann und Kerstin Riße, Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ihre beiden Führungen am 27. November und 18. Dezember beginnen wie alle anderen Termine jeweils um 18.30 Uhr.
Wer einen kurzen Überblick bevorzugt, ist herzlich zu den 30-minütigen Mittagsführungen jeweils mittwochs um 13 Uhr eingeladen. Auch hier führen einzelne Teammitglieder mit dem Schwerpunkt auf ihren Themen. Die Teilnehmerzahl bei allen Führungen ist begrenzt. Platzreservierung unter www.kunstforum.net oder telefonisch unter 0941 29 714 20 wird empfohlen.
Pressebilder
Das Bildmaterial darf ausschließlich im Rahmen der Ankündigung der Führungen der Serie „Lovis Corinth im Blick“ im Kunstforums Ostdeutsche Galerie verwendet werden. Die Nutzung ist kostenlos. Die Bildunterschriften bitten wir nach Möglichkeit komplett darzustellen. Die Nutzung der Abbildungen für Social Media ist ohne Genehmigung nicht zulässig.







