Traumlandschaften und traumatische Landschaften

Dom-Inneres, Gemälde von Wenzel August Hablik aus dem Jahr 1921
Wenzel August Hablik, Dom-Inneres, Festhalle - Gondelkanal - Wasserkünste - leuchtende Gasglasballons, 1921


Schillernde Visionen

In seinem Gemälde „Dom-Inneres“ von 1921 lässt August Wenzel Hablik einen schillernden Bau voll fantastischer Formen entstehen. Er entspricht dem Traum von einem idealen Raum. Nach dem vernichtenden Ersten Weltkrieg soll nun Neues geschaffen werden: Ein Gemeinschaftswerk von Menschen für Menschen gebaut. Einladend leuchtet das Gemälde in hellen Farben und bildet so einen Kontrast zu den meisten anderen Werken im Raum. Einige davon beziehen sich auf traumatische Erinnerungen und Ängste. Hintergrund sind hier oft historische Ereignisse wie Krieg oder Flucht. Die Künstler nutzen Bilder aus Mythologie, Religion oder Literatur, um die bedrückenden Inhalte zum Ausdruck zu bringen.
 

...und dunkle Erinnerungen

So verkörpert der unheilvolle Kopf der Medusa die Unsicherheit, die der Künstler Hermann Hanatschek empfindet, als er seine Heimat verlässt. Das Bild malt er wohl auf dem Schiff, das ihn 1903 nach Amerika bringt. Auch der Kunstmensch Golem aus der jüdischen Legende bekommt bei Anton Lehmden eine neue Bedeutung. Sein verwundeter Körper, der aus dem ebenso geschundenen Erdboden heraus wächst, verweist auf die zerstörerische Kraft des Menschen. Max Radlers „Nacht des Aberglaubens“ verbindet derartige Anspielungen, um die Grauen des Nationalsozialismus darzustellen. Auf einer symbolischen Ebene kehren hier einige der Themen aus dem Raum wieder, der sich mit dem Zweiten Weltkrieg befasst.

Anton LehmdenRichard TeschnerOtto DixMax RadlerHermann HanatschekRichard OelzeRenée SintenisWenzel August Hablik

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